| 00:00 Uhr

Brillanter Federer gegen genialen Djokovic

 Der Schweizer Roger Federer (li.) und der Serbe Novak Djokovic stehen sich an diesem Sonntag beim Wimbledon-Finale gegenüber. Fotos: dpa
Der Schweizer Roger Federer (li.) und der Serbe Novak Djokovic stehen sich an diesem Sonntag beim Wimbledon-Finale gegenüber. Fotos: dpa
London. In Wimbledon kommt es zur Neuauflage des Vorjahres-Endspiels zwischen Novak Djokovic und Roger Federer. Der von Boris Becker trainierte Serbe will mit seinem prominenten Coach gleichziehen, Federer eine bislang unerreichte Bestmarke aufstellen. Dpa-Mitarbeiterwolfgang Müller

Wimbledon erlebt sein Traumfinale mit den beiden besten Tennisspielern der Welt: In einer Neuauflage des Vorjahres-Finales duellieren sich am Sonntag auf den berühmten Rasenplätzen im Südwesten Londons der Titelverteidiger und Weltranglisten-Erste Novak Djokovic und der siebenmalige Turniersieger Roger Federer . Der 33 Jahre alte Schweizer entzauberte am Freitag nach einer Weltklasse-Vorstellung auf dem Centre Court den früheren Champion und Olympiasieger Andy Murray mit 7:5, 7:5, 6:4.

"Ich bin sehr glücklich, es war schwer. Die Erwartungen waren hoch. In den entscheidenden Momenten habe ich sehr gut gespielt und habe den Druck aufrechterhalten", sagte Federer nach seiner Demonstration der Stärke gegen den Hoffnungsträger der britischen Fans. Nach 2:07 Stunden verwandelte er den ersten Matchball und zog in sein zehntes Wimbledon-Endspiel und das 26. bei einem Grand-Slam-Turnier ein. Im direkten Vergleich mit Boris-Becker-Schützling Djokovic führt Federer knapp mit 20:19.

In Wimbledon standen sie sich 2012 im Halbfinale und 2014 im Endspiel gegenüber. 2012 gewann Federer das Turnier zum siebten Mal nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007 und 2009 - es war sein bislang letzter Grand-Slam-Titel. Vor einem Jahr verlor er in fünf Sätzen.

"Er ist seit einigen Jahren der beste Spieler der Welt, das macht es so schwierig, Turniere zu gewinnen. Aber ich weiß, wie ich ihn schlagen kann und hoffe, dass ich es am Sonntag schaffe", sagte Federer.

Im Finale dürften die Sympathien klar verteilt sein: Djokovic gilt nicht gerade als Publikumsliebling, was der Serbe auch bei seinem 7:6 (7:2), 6:4, 6:4-Erfolg gegen den Franzosen Richard Gasquet zu spüren bekam.

Dennoch löste Djokovic die Aufgabe am Ende souverän und erreichte sein viertes Wimbledon-Finale. Mit einem dritten Sieg nach 2011 und 2014 würde er mit seinem Trainer Boris Becker gleichziehen. Der 47-Jährige holte 1985, 1986 und 1989 die Trophäe an der Church Road.

Serena Williams und Garbine Muguruza bestreiten bereits an diesem Samstag (15 Uhr MESZ/Sky) das Damen-Endspiel in Wimbledon . Für die 21 Jahre alte Muguruza ist es das erste Finale überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier. Die Spanierin bezwang auf dem Weg dorthin unter anderem Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber , die ehemalige Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki aus Dänemark und die frühere Wimbledon-Finalistin Agnieszka Radwanska aus Polen.