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Fußball
Brasiliens Fußball-König Pelé leidet und zieht sich zurück

Rio de Janeiro. Der große Pelé hat es schon seit geraumer Zeit gespürt. „Ich habe 30 Jahre Fußball gespielt, ohne je Probleme gehabt zu haben. Jetzt hat mir Gott die Rechnung serviert“, sagte Brasiliens Fußball-König Ende 2018 der Zeitung Folha de S. Paulo. sid

Doch wie schlimm es wirklich um den vielleicht besten Fußballer der Geschichte steht, wurde erst jetzt öffentlich.

Der 79-Jährige leidet aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes offenbar an Depressionen und verlässt kaum noch sein Haus. „Er ist sehr gebrechlich, was seine Mobilität angeht, und das führt zu einer gewissen Depression“, berichtet Pelés Sohn Edinho in einem Interview mit dem TV-Netzwerk Globo: „Man muss sich vorstellen: Er ist der König, er war immer eine so imposante Figur – und jetzt kann er nicht mehr richtig gehen. Daher hat er sich sehr zurückgezogen, es beschämt ihn.“ Zwar habe sein Vater den Rollstuhl, auf den er zwischenzeitlich angewiesen war, wieder wegstellen können, sagt Edinho. Doch er könne sich nur noch mithilfe eines Rollators fortbewegen.

Pelé hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, öffentliche Auftritte des einzigen Spielers mit drei WM-Titel (1958, 1962, 1970) sind selten geworden. Er hat nur eine Niere, nachdem die andere wegen eines Rippenbruchs noch zu aktiven Zeiten hatte entfernt werden müssen. 2014 lag er nach einer Harnwegsinfektion auf der Intensivstation, ein Nierenstein musste raus. 2015 folgte eine Prostata-OP, im vergangenen April wurde er in Paris wegen Nierenproblemen behandelt, dazu kommen Schwierigkeiten mit Wirbelsäule und Knie.