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Trauer um Ex-Weltmeister
Ex-Weltmeister Beyer ist tot

2006 wurde Markus Beyer Weltmeister des Verbandes WBC im Super-Mittelgewicht.
2006 wurde Markus Beyer Weltmeister des Verbandes WBC im Super-Mittelgewicht. FOTO: dpa / Gero Breloer
Berlin. Große Trauer im deutschen Boxen: Der Sachse stirbt im Alter von 47 Jahren. sid

Das deutsche Boxen trauert um Markus Beyer. Der frühere Profi-Weltmeister verstarb am Montag viel zu früh im Alter von nur 47 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in einem Berliner Krankenhaus. Laut Gerüchten litt er an Nierenkrebs. „Mir fehlen die Worte, ich bin sehr traurig“, sagte sein langjähriger Trainer Ulli Wegner. „Er war mein Lieblingsboxer, ein großartiger Mensch“, meinte Wegner, der Bayer schon bei den Amateuren trainiert hatte und später aus ihm einen Profi-Champion machte. Beyers Kollegen reagierten geschockt. „Da tritt der Sport in den Hintergrund. Da hat er leider viel zu früh den wichtigsten Kampf verloren“, sagte Ex-Schwergewichts-Boxer Axel Schulz (50).

1999 hatte Beyer als Profi seinen größten Erfolg gefeiert. Durch den Sieg gegen den Briten Richie Woodhall sicherte sich der gebürtige Sachse in England erstmals den WM-Titel im Supermittelgewicht. Nach Max Schmeling und Ralf Rocchigiani war Beyer erst der dritte deutsche Boxer, der im Ausland Weltmeister wurde. Der in Erlabrunn geborene Beyer kassierte auch schmerzhafte Niederlagen, kam aber immer wieder zurück und wurde dreimal Champion der WBC.

Im Jahr 2008 bestritt der Rechtsausleger beim Punktsieg gegen den Russen Murad Machmudow seinen letzten Profi-Fight. Sein Kampfrekord weist 35 Siege in 39 Kämpfen auf. „Er war taktisch sehr vielseitig, ein kompletter Boxer“, sagte Wegner. Zu seinen spektakulärsten Auftritten im Ring gehörte der Vereinigungskampf im Oktober 2006 gegen den Dänen Mikkel Kessler. Beyer verlor damals in der dritten Runde durch Knockout.



Wegner hatte Beyers Talent schon früh erkannt und den Nachwuchsboxer noch zu DDR-Zeiten als Amateur nach Gera geholt. 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta nahm der Rechtsausleger für das wiedervereinte Deutschland an Olympischen Spielen teil, schied aber jeweils früh aus. Für die deutsche Box-Szene ist es ein erneuter Schlag. Erst Anfang Oktober war der zweimalige Weltmeister Graciano Rocchigiani bei einem Autounfall auf Sizilien mit 54 Jahren ums Leben gekommen.

Beyer, der anders als Rocchigiani in der Öffentlichkeit immer ruhig und besonnen auftrat, machte sich schon als Amateur einen Namen und gewann 235 seiner 274 Kämpfe, ehe er 1996 bei Wilfried Sauerland seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Später, nach dem Ende seiner Karriere, arbeitete Beyer ab dem Jahr 2015 auch als Experte für die MDR-Sendung „Sport im Osten“.