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Fußball-Bundesliga
Cans Traumtor hilft dem BVB nicht

 Emre Can (Dritter von links) hat gerade abgezogen, sein Schuss aus 31 Metern schlägt zum 2:1 für Dortmund gegen Leverkusen ein – ein Traumtor. Trotzdem verlor die Borussia das Spiel gegen Bayer noch.
Emre Can (Dritter von links) hat gerade abgezogen, sein Schuss aus 31 Metern schlägt zum 2:1 für Dortmund gegen Leverkusen ein – ein Traumtor. Trotzdem verlor die Borussia das Spiel gegen Bayer noch. FOTO: dpa / Guido Kirchner
Dortmund. Borussia Dortmund verliert trotz Führung bei Bayer Leverkusen noch mit 3:4. dpa

Borussia Dortmund ist zurück im Frust-Modus. Selbst Emre Can war die Freude über sein Traumtor vergangen. „So gewinnt man keine Spiele“, klagte der Neuzugang nach dem 3:4 (2:2) in Leverkusen. Dass sein neues Team in der Offensive wie ein Meister, in der Abwehr aber zum wiederholten Male eher wie ein Abstiegskandidat auftrat und den Sieg in der Schlussphase binnen nur 81 Sekunden verschenkte, stimmte den Nationalspieler nachdenklich: „Die Mannschaft hat viel Potenzial, aber muss noch eins lernen: Wenn man in Führung geht, muss man auf gut Deutsch gesagt dreckiger sein.“

Wie schon vier Tage zuvor beim Pokal-K.o. in Bremen (2:3) musste die Borussia nach zuvor drei Siegen mit jeweils fünf Treffern auch im Bundesliga-Titelkampf einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Auch Sebastian Kehl wirkte mächtig verärgert. „Das war insgesamt eine Woche zum Vergessen“, klagte der Lizenzspielerchef. Auch der spektakuläre Schuss von Can (33.) aus rund 30 Metern in den Torwinkel zum 2:1 oder die zweite Führung durch den Treffer von Raphaël Guerreiro (65.) zum 3:2 brachten keine Sicherheit. Dass Spielmacher Julian Brandt nach der Partie aus dem Stadion humpelte und aufgrund einer Sprunggelenksverletzung neben Kapitän Marco Reus vorerst ausfallen könnte, verstärkte den Frust. „Dieses Spiel ist schwer zu verdauen“, bekannte Trainer Lucien Favre, der in den kommenden Wochen wieder verstärkt in die Kritik geraten könnte.

Beim so beschenkten Tabellennachbarn aus Leverkusen herrschte dagegen Hochstimmung. Es passte ins Bild eines mit großem Engagement, aber auch mit reichlich Glück erkämpften Sieges, dass ausgerechnet der angeschlagene und deshalb kurz vor der Auswechslung stehende Lars Bender mit seinem Kopfball zum 4:3 (82.) den Schlusspunkt setzte. „Er hat mir gesagt, gib mir noch eine Minute, und dann macht er das Tor“, sagte Trainer Peter Bosz nach seinem ersten Sieg über seinen ehemaligen Club aus Dortmund. Außerdem trafen Kevin Volland (20./43.) und Leon Bailey (81.) für Bayer. Wie die meisten Zuschauer geriet der niederländische Fußball-Lehrer angesichts des Spektakels auf dem Rasen ins Schwärmen. „Wenn man Fußball liebt, war es ein Spiel, das man genießen kann“, schwärmte Bosz und fügte an: „Es sei denn, man ist Fan von Borussia Dortmund.“