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Champions League
Simeone schwärmt vom BVB

Dortmund. Dortmund bezaubert beim 4:0 gegen Atlético Madrid selbst den gegnerischen Trainer. sid

Den ausgelassenen Jubeltanz seiner Spieler vor der Südtribüne betrachtete Lucien Favre aus sicherer Entfernung, doch nach der Sternstunde gegen Atlético Madrid verfiel selbst der zurückhaltende Schweizer in Euphorie. "Sie sind einfach gut. Sie spüren den Fußball", lobte der Trainer von Borussia Dortmund seine Spieler nach der 4:0 (1:0)-Gala gegen die Defensiv-Künstler des Europa-League-Siegers. "Wir haben heute eine große Mannschaft geschlagen", sagte Favre.

Sechs Siege mit 26 Toren in Serie, in zwölf Pflichtspielen immer noch ungeschlagen, in der Champions League mit neun Punkten und 8:0 Toren mit einer makellosen Bilanz – angesichts dieser beeindruckenden Zahlen und des bezaubernden Offensiv-Fußballs geriet auch Atlético-Trainer Diego Simeone regelrecht ins Schwärmen: "Sie sind auf einem wunderbaren Weg. Es macht großen Spaß, ihnen zuzusehen."

Der bärenstarke Axel Witsel sprach nach der mit Bravour bestandenen internationalen Reifeprüfung von einer "großartigen Nacht", Kapitän Marco Reus fand es einfach nur "sensationell". Mit Ausnahme einer 20-minütigen Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte der BVB den spanischen Vizemeister um den völlig abgemeldeten Antoine Griezmann jederzeit im Griff, zudem lief die eigene Tormaschine auf Hochtouren. Witsel (38.) sowie die eingewechselten Raphael Guerreiro (73., 89.) und Jadon Sancho (83.) besiegelten Atléticos höchste Niederlage im 391. Spiel unter Simeone. Angesichts von acht Punkten Vorsprung auf Brügge und Monaco kann der BVB, der in dieser Saison bereits 16 Joker-Tore erzielt hat, bereits für das Achtelfinale in der Königsklasse planen. Mit einem weiteren Sieg im Rückspiel in Madrid (6. November) wäre das Ticket für die K.o.-Phase vorzeitig gebucht.



Kein Glück hatte der FC Schalke 04 bei Galatasaray Istanbul. Schalke trifft das Tor nicht mehr – und niemand verkörperte dieses Manko beim 0:0 beim türkischen Rekordmeister mehr als der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo. Gleich vier hervorragende Gelegenheiten zum Siegtreffer hatte Embolo, der Schalke vor zwei Jahren 25 Millionen Euro gekostet hatte, nicht genutzt. Die Torflaute ist aber noch ohne ernsthafte Konsequenzen: Als Tabellenzweiter der Gruppe D liegt Schalke mit fünf Punkten "voll im Soll", wie Stürmer Mark Uth meinte.