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Silvesterlauf in Saarbrücken
Blum gelingt ein historischer Erfolg

Kurzer Jubel: Tobias Blum, Startnummer zwei, kam an der Sportschule als erster Läufer ins Ziel.
Kurzer Jubel: Tobias Blum, Startnummer zwei, kam an der Sportschule als erster Läufer ins Ziel. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken/Trier. Als erster Saarländer seit 1989 gewinnt der Läufer des LC Rehlingen den Saarbrücker Silvesterlauf. In Trier landet Lokalmatadorin Gesa Krause auf Platz 13 – deutlich hinter Siegerin Konstanze Klosterhalfen.

Tobias Blum breitete kurz die Arme aus. Dann konzentrierte sich der Läufer des LC Rehlingen auf die letzten Meter. Dabei hätte sich Blum beim 43. Bank1Saar-Silvesterlauf in Saarbrücken viel Zeit für den Jubel nehmen können. 30:48 Minuten hatte der 22-Jährige am Sonntag für die zehn Kilometer durch den Saarbrücker Stadtwald benötigt. Mit mehr als einer Minute Vorsprung erreichte er das Ziel an der Hermann-Neuberger-Sportschule. Ein historischer Erfolg: Blum gewann den Traditionslauf als erster Saarländer seit 1989. Der Sieger damals: Alfred Knickenberg von Saar 05 Saarbrücken.

„Ich bin es erst kontrollierter angegangen, um zu sehen, wer da alles vorne mitmischt“, sagte Blum, der 2016 bei seinem ersten Start noch Zweiter (30:50 Minuten) geworden war. Damals hatte Daniel Kemoi aus Kenia ein enormes Tempo vorgelegt. Kemoi siegte bei Eiseskälte mit einer Zeit von 30:27 Minuten. Diesmal erlebte Blum einen angenehmeren Lauf. Das Wetter an Silvester war frühlingshaft mild, was 1290 Starter nach Saarbrücken lockte, viele in Feierlaune. Zugleich fehlten bei den Männern die starken Kenianer. Weshalb Blum ohne größere Konkurrenz demonstrieren konnte, in welch guter Form er ins Jahr 2018 geht. Im August findet in Berlin die Leichtathletik-EM statt. Um in der deutschen Hauptstadt dabei zu sein, will Blum sich auf den Marathon konzentrieren. Sein Ziel: der Mannschafts-Wettbewerb in dieser Königsdisziplin.

„Wenn der Lauf an Silvester selbst stattfindet, stehen wir in Konkurrenz zu acht Laufveranstaltungen im Umkreis von 80 Kilometern“, zeigte sich Manfred Kölzer von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal, die den Silvesterlauf organisiert, mit der Teilnehmerzahl zufrieden. Sie lag auf dem Niveau des Vorjahres.



Ein Event in der Nachbarschaft war der 28. Silvesterlauf in Trier. Bei Sambaklängen und Konfettiregen gewann dort wie im Vorjahr Deutschlands Top-Lauftalent Konstanze Klosterhalfen von der LG Bayer Leverkusen. Auf der Fünf-Kilometer-Strecke durch die Altstadt setzte sie sich souverän in 15:33 Minuten durch. Das erwartete Duell mit Gesa Krause fiel allerdings aus: Die Europameisterin und deutsche Rekordhalterin über 3000 Meter Hindernis vom Verein Silvesterlauf Trier kam in 16:39 Minuten nur auf Rang 13. „Ich stehe erst am Anfang meines Trainingsaufbaus“, sagte die 25-Jährige nach ihrem Heimspiel. Wie Blum hat Krause die EM im Blick. „Alle Anstrengungen dienen Berlin“, sagte die Hindernis-Spezialistin, die bei der WM in London durch einen unglücklichen Sturz für Schlagzeilen gesorgt hatte: „Jetzt heißt es noch schuften, schuften, schuften.“

Ähnlich wie Klosterhalfen in Trier gab Hanna Klein beim 32. Silvesterlauf in Backnang ein Signal Richtung Europameisterschaft. Die WM-Elfte über 1500 Meter von der SG Schorndorf siegte auf der zehn Kilometer langen Strecke in 32:28 Minuten und verbesserte ihren Streckenrekord um fast 50 Sekunden. Ihr Trainer Uwe Schneider bescheinigte ihr „die Form ihres Lebens“.