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Blech für Maria Riesch

Val d'Isère. Mut und Moral, aber wieder keine WM-Medaille: Als Maria Riesch bei der Super-Kombination in Val d'Isère nach dem Slalom die Ziellinie passiert hatte, war die Enttäuschung riesengroß. Nach dem fehlerhaften Torlauf kniff die 24-Jährige die vom Trainingssturz noch leicht ramponierten Lippen zusammen, schüttelte den Kopf und ärgerte sich am meisten über sich selbst Von Michael Becker und Christian Kunz (dpa)

Val d'Isère. Mut und Moral, aber wieder keine WM-Medaille: Als Maria Riesch bei der Super-Kombination in Val d'Isère nach dem Slalom die Ziellinie passiert hatte, war die Enttäuschung riesengroß. Nach dem fehlerhaften Torlauf kniff die 24-Jährige die vom Trainingssturz noch leicht ramponierten Lippen zusammen, schüttelte den Kopf und ärgerte sich am meisten über sich selbst. "Ich bin selbst Schuld. Mit diesem Slalom habe ich es auch nicht verdient, eine Medaille zu gewinnen", sagte die Partenkirchenerin nach Platz vier am Freitag.Am Ende fehlten 0,66 Sekunden auf Bronze und die erste WM-Medaille für Deutschlands Alpine seit acht Jahren. Der Titel ging an die Österreicherin Kathrin Zettel vor der erst 17-jährigen Schweizerin Lara Gut und Elisabeth Görgl aus Österreich. Die nach der Abfahrt führende Amerikanerin Lindsey Vonn wurde nach einem Torfehler im Slalom disqualifiziert.Nach dem vierten Platz in der Abfahrt war es für Riesch "nur noch ein Schritt" zum ersehnten Edelmetall in der Super-Kombi. Dann aber kam die Slalom-Weltcup-Führende ausgerechnet in der Spezialdisziplin aus dem Tritt - zur großen Enttäuschung im gesamten Team. "Da gibt's nichts zu sagen", sagte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier und dampfte ab. "Es gibt nichts Bittereres, als bei einer Großveranstaltung Vierte zu werden", sagte die letzte deutsche Weltmeisterin Martina Ertl-Renz. "Leichter geht es wirklich nicht mehr, eine Medaille zu gewinnen." Das wusste Riesch, die am Mittwoch im Training schwer gestürzt war und sich bravourös auf die Piste zurückgebissen hatte, selbst. "Der vierte Platz ist noch mal so wie mit dem Hammer oben drauf", gestand sie.Außenseiterin in der AbfahrtGroßereignisse und Maria Riesch - das passt (noch) nicht zusammen. Zweimal verpasste Riesch Titelkämpfe wegen Kreuzbandrissen, die WM 2007 kam in ihrem Comeback-Jahr ein bisschen zu früh. Und nach Rang acht im Super-G fand auch das zweite WM-Kapitel inVal d'Isère für die Partenkirchenerin kein glückliches Ende. "Ich bin jetzt auch schon 24 Jahre und hatte durch meine Verletzungen nicht so viele Chancen. Klar ist man da besonders angespannt", sagte Riesch, die die eingeplante Medaille des Deutschen Skiverbandes (DSV) holen soll. "Die Zwischenbilanz müssen wir mit der notwendigen Ernüchterung sehen. Obwohl es nach dem Sturz nicht die besten Voraussetzungen waren, gibt es da nichts zu beschönigen", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann. Gina Stechert aus Oberstdorf wurde Zwölfte.Die nächste Chance kommt für Riesch am Sonntag, allerdings ist sie in der Abfahrt nur Außenseiterin. Dagegen ist sie zum Abschluss am 14. Februar im Slalom Mitfavoritin. "Abhaken und cool bleiben", gab Riesch die Devise für die kommenden Tage aus. Nicht einfach für jemand, der dem Erfolgsdruck praktisch alleine standhalten muss.



HintergrundDie Cheftrainer der alpinen Ski-Damen haben sich mit ihrer Boykott-Drohung durchgesetzt und eine Verlegung des Super-G beim WM-Teamwettbewerb in Val d'Isere am kommenden Mittwoch von der Face de Bellevarde auf den Solaise-Berg erreicht. "Die Verlegung des Super-G ist beschlossen, der Slalom findet auf der Herren-Piste statt", sagte Österreichs Alpinchef Hans Pum am Freitag. Bei der täglichen Mannschaftsführersitzung hatten die Damen-Trainer am Donnerstagabend ihre Streik-Drohung aus Sorge um die Gesundheit ihrer Sportlerinnen öffentlich gemacht. Sie kritisierten den eisigen Zustand der vorgesehenen Piste.Ob auch der Damen-Riesenslalom, wie von den Trainern gefordert, wegen den extrem eisigen Verhältnisse verlegt wird, sei noch offen. dpa