| 22:52 Uhr

Biathlon in Ruhpolding
Björndalen verpasst Olympia

Ruhpolding. Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup in Ruhpolding die ersehnte erste Podestplatzierung des olympischen Jahres nur knapp verpasst. Im Einzel über 20 Kilometer lief der fehlerfreie Roman Rees überraschend auf Rang vier, er erfüllte damit die Norm für die Olympischen Spiele in Pyeongchang. Dort wird die Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen wohl fehlen, der Norweger verpasste als 42. die letzte Chance zur Qualifikation. Björndalens potenzieller Nachfolger, der französische Dominator Martin Fourcade, feierte trotz einer Strafminute bereits seinen fünften Saisonerfolg. Der 29-Jährige siegte vor dem fehlerfreien Tschechen Ondrej Moravec (+1:01,1 Minuten) und seinem ärgsten Rivalen im Gesamtweltcup, dem Norweger Johannes Thingnes Bö (1/+1:06,3). Dadurch sicherte sich Fourcade gemeinsam mit Bö auch die kleine Kristallkugel für den Sieg im Disziplinen-Weltcup. Mit Blick auf Olympia muss Björndalen jetzt auf Gnade hoffen: „Ich bin nicht der Nationaltrainer, also will ich keine Kalorien damit verbrauchen zu überlegen, ob ich aus der Mannschaft sollte“, sagte er. „Jetzt ziehe ich mich um. Und dann wird die Zukunft so, wie die Zukunft wird.“

Lokalmatador Simon Schempp (2) war mit seiner Leistung als 13. zwar zufrieden, das größte Lob aber spendete er natürlich Rees. „Er hat eine astreine Vorstellung im Schießen gezeigt und war schnell in der Loipe. Dann kann es im Einzel auch mal ganz schnell nach vorne gehen“, sagte Schempp. Bundestrainer Mark Kirchner hat nun einen Kandidaten für Spitzenplätze mehr in seinem Team. „Wir kennen sein Potenzial, wenn er das mit solchen Ergebnissen bestätigt, sind wir alle froh“, sagte er. Lob gab es auch von Routinier Arnd Peiffer für Rees, der für den SV Schauinsland startet und Zollangestellter ist: „Das hat er klasse gemacht.“ Heute (14.20 Uhr/ZDF und Eurosport) greifen die Frauen um Laura Dahlmeier im Einzel über 15 Kilometer an.