| 21:03 Uhr

1. FC Kaiserslautern
„Bis zum Ende durchziehen“

Der Abstiegskampf scheint genau seine Kragenweite: Als Michael Frontzeck das Traineramt antrat, stand dem FCK das Wasser bis zum Hals. Nach einem Zwischenspurt hat das Schlusslicht jetzt weder Anschluss gefunden.
Der Abstiegskampf scheint genau seine Kragenweite: Als Michael Frontzeck das Traineramt antrat, stand dem FCK das Wasser bis zum Hals. Nach einem Zwischenspurt hat das Schlusslicht jetzt weder Anschluss gefunden. FOTO: Robert Michael / dpa
Kaiserslautern. Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern tritt am Samstag zum Kellerduell bei Greuther Fürth an.

() Was noch Ende Januar undenkbar schien, hat Michael Frontzeck in nur sechs Spielen geschafft: Der 1. FC Kaiserslautern hat in der 2. Fußball-Bundesliga wieder eine realistische Chance auf den Klassenerhalt. Der neue Trainer hat dem viermaligen deutschen Meister zu einem Comeback im Abstiegskampf verholfen, das viele den Roten Teufeln nicht mehr zugetraut hätten. Doch die Lage ist für den Tabellenletzten nach wie vor heikel. Bei sechs Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz darf sich der FCK in den letzten neun Spielen kaum noch Rückschläge erlauben. Schon gar nicht im direkten Abstiegskampf-Duell an diesem Samstag (13 Uhr/Sky) beim Tabellen-15. SpVgg Greuther Fürth.

„Wenn du jede Woche mit dem Rücken zur Wand stehst, ist das für den Kopf sehr schwierig“, sagte Frontzeck. „In Anbetracht der Situation macht die Mannschaft das in den letzten Wochen sehr gut.“

Der Abstiegskampf mit dem FCK ist auch Frontzecks Rückkehr auf die Trainerbühne. Mehr als zwei Jahre nach seinem bis dahin letzten Engagement bei Hannover 96 half ihm sein guter Draht zu dem neuen Lauterer Sportvorstand Martin Bader aus gemeinsamen Hannoveraner Zeiten. Im Umfeld der Pfälzer wurde die Verpflichtung zunächst äußerst kritisch beäugt, schließlich war die bisherige Trainerkarriere des gebürtigen Mönchengladbachers nicht von übermäßigem Erfolg geprägt.



Doch Sportdirektor Boris Notzon sagt ganz klar: „Er hat bereits viele Situationen erlebt, die junge Trainer noch nicht erlebt haben können. Mit seiner ganzen Erfahrung, seiner Ruhe und Souveränität in seiner Arbeit tut er uns sehr gut.“ Zur Erinnerung: Frontzeck übernahm Hannover 96 im April 2015 in einer Situation, in der sich der Verein nach 13 Spielen ohne Sieg im freien Fall befand. Mit genau jener Ruhe und Souveränität rettete er seinerzeit auch die Niedersachsen.

„Er hat es geschafft, dass die Mannschaft eine gewisse Überzeugung in die eigenen Qualitäten entwickelt hat“, sagt Notzon über Frontzeck. „Dazu ist es ihm gelungen, alle Stärken, die wir haben, in einer Art und Weise zusammenzubringen, dass auch einzelne Spieler sich nochmals individuell entwickelt haben.“ Mit einem schnörkellosen Spiel nach vorne gelangen den Lauteren in den sechs Partien unter Frontzeck bereits vier Siege. Damit holte der FCK in dieser kurzen Zeit genauso viele Punkte wie in den 18 Partien vor der Winterpause.

Vor allem der denkwürdige 4:3-Erfolg am vergangenen Freitag gegen Union Berlin lässt die Pfälzer nun mit breiter Brust nach Fürth reisen. Am nötigen Respekt für die Aufgabe fehlt es Frontzeck nicht: „Ich würde nicht behaupten, dass wir als Favorit nach Fürth fahren. Wir wissen, was in Fürth auf uns zukommt. Das ist ein enges, kleines Stadion. Das Spiel werden Kleinigkeiten entscheiden.“ Sollte es im Frankenland einen Rückschlag geben, baut der Trainer sicherheitshalber vor: „Neun Spieltage vor Saisonende sprechen wir nicht von einem Endspiel. Egal, wie es am Samstag ausgeht: Danach ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir können noch ausreichend Punkte holen, um die Riesensensation zu schaffen. Wir müssen das bis zum Ende so durchziehen, dann hast du eventuell noch eine kleine Chance, die Klasse zu halten.“

Die Pfälzer, die von rund 3000 Fans begleitet werden, müssen auf Außenverteidiger Benjamin Kessel verzichten, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Dafür kehrt der zuletzt wegen einer Oberschenkelprellung fehlende Abwehrchef Jan-Ingwer Callsen-Bracker zurück in die Startelf. Die Statistik spricht für die Roten Teufel: Die vergangenen sieben Pflichtspiele gegen Fürth wurden alle gewonnen.