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Tennis
Bilanz gegen Federer macht Zverev Mut

 Nach seinem Dreisatzsieg gegen Marin Cilic durfte Alexander Zverev in Londoin jubeln.
Nach seinem Dreisatzsieg gegen Marin Cilic durfte Alexander Zverev in Londoin jubeln. FOTO: dpa / Kirsty Wigglesworth
London. Nach seinem Auftaktsieg trifft der Deutsche bei der Tennis-WM heute auf den Schweizer Altmeister.

Auch das Duell mit Roger Federer lässt Alexander Zve­rev nicht in Ehrfurcht erstarren. „Ich bin hierhergekommen, um jedes Match so gut wie möglich zu spielen und um jedes Match zu gewinnen. Das ist meine Mentalität, egal, gegen wen ich spiele“, sagte der Hamburger nach seinem gelungenen Auftakt bei der Tennis-WM in London. In seiner zweiten Gruppenpartie trifft er heute (21 Uhr) auf den Schweizer Superstar.

Wer das Spiel gewinnt, hat beste Chancen auf den Einzug in das Halbfinale. Auch der Weltranglisten-Zweite Federer gewann sein Auftaktspiel gegen Jack Sock. Gegen den US-Amerikaner muss der 20-jährige Zverev in seinem dritten und letzten Gruppenmatch am Donnerstag antreten.

Seine ausgeglichene Bilanz gegen Federer kann Zverev Mut machen: 2017 spielten sie zweimal gegeneinander. Der 36 Jahre alte Schweizer siegte beim Rasenturnier in Halle, Zverev im Endspiel von Montreal. Anschließend klagte jeweils der Verlierer über körperliche Beschwerden. „Hoffentlich können wir beide physisch bei 100 Prozent sein und auch unser bestes Tennis spielen“, sagte Zverev.



Seine Verfassung scheint gut zu sein. Er sei zwar beim Debüt etwas nervöser gewesen als sonst. Aber künftig werde das nicht mehr zum Problem. „Das war, glaube ich, der schwierigste Moment, den ich in der Woche haben werde“, sagte Zverev nach dem 6:4, 3:6, 6:4 am späten Sonntagabend gegen den früheren US-Open-Sieger Marin Cilic.

Nach einem starken Beginn gegen den Kroaten schwächelte Zve­rev plötzlich und verlor den zweiten Satz deutlich. Auch im dritten Satz ließ er früh ein Break zu, kämpfte sich danach aber zurück und drehte das Spiel gerade noch. Ob er solch eine Wende gegen Federer schaffen würde? Der Schweizer jedenfalls trat bei seinem ersten Spiel souverän auf und zeigte keine Schwächen. Der Altmeister spielt in London mit der Selbstsicherheit einer enorm erfolgreichen Saison, die ihm so kaum noch zugetraut worden war.

Federer setzte 2017 auf das Konzept „weniger ist mehr“. Er teilte seine Kräfte ein, pausierte bei vielen Turnieren, aber wenn er antrat, gewann der 19-malige Grand-Slam-Turniersieger meistens. Die Zahl seiner Niederlagen: vier – bei 54 Spielen. Auch bei der ATP-WM will er wieder den Titel, den er bereits sechsmal gewann.

In der anderen Gruppe gewann der Bulgare Grigor Dimitrov etwas überraschend gegen den Österreicher Dominic Thiem mit 6:3, 5:7, 7:5. Das zweite Spiel des Tages zwischen dem spanischen Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal und dem Belgier David Goffin war bei Redaktionsschluss nicht beendet.