| 23:51 Uhr

Fußball-WM in Russland
Belgien und England erreichen Achtelfinale

Kaliningrad/Saransk. Im zweiten Spiel der Gruppe G verlor WM-Neuling Panama gestern Abend mit 1:2 gegen Tunesien.

Die belgischen Fans feierten ihre Roten Teufel gestern Abend für den ersten Sieg gegen England seit 82 Jahren, die Spieler hielten sich dagegen etwas zurück: Im Kampf der Reservisten hat Belgien seine Erfolgsserie bei der WM in Russland fortgesetzt und als dritte Mannschaft nach Uruguay und Kroatien mit neun Punkten das Achtelfinale erreicht. Durch das 1:0 (0:0) in einem etwas eigenartigen „Endspiel“ um Platz eins in der Gruppe G hat der Viertelfinalist von 2014 nun aber wohl den schweren Weg in der K.-o.-Runde vor sich.

Belgien trifft nun am kommenden Montag in Rostow auf den Zweitplatzierten der Gruppe H, Japan. Und auf die zuvor ebenfalls zweimal siegreichen Engländer wartet einen Tag später im Spartak-Stadion von Moskau Kolumbien.

In einem Spiel, das beide Mannschaften allem Anschein nach nicht mit letztem Einsatz bestritten, erzielte Adnan Januzaj (51.), einst für kurze Zeit bei Borussia Dortmund aktiv, den Treffer für die auf neun Positionen veränderten Belgier.



Das Geschehen vor 33 973 irritierten Zuschauern in der letzten WM-Partie am Standort Kaliningrad glich phasenweise einem Freundschaftsspiel. Die Intensität war nicht sonderlich hoch, es gab kaum Zweikämpfe, kaum Pressing, kaum intensive Läufe.

Tatsächlich gab es auch ein paar Torchancen, doch der unbedingte Wille, sie auch zu nutzen, war bei beiden Mannschaft wohl schon mal größer. Die beste Gelegenheit vergab Marcus Rashford, der frei vor Belgien Torhüter Thibaut Courtois auftauchte, Courtois lenkte den Ball noch zur Ecke ab (66.).

Tunesien hat sich mit dem ersten Sieg bei einer Fußball-WM seit 40 Jahren aus Russland verabschiedet. Die Nordafrikaner bezwangen gestern Abend Neuling Panama in Saransk dank einer starken zweiten Halbzeit verdient mit 2:1 (0:1). Beide Teams hatten bereits vor der Begegnung in Saransk keine Chance mehr auf das Achtelfinale.

Fakhreddine Ben Youssef (51.) mit dem 2500. Tor der WM-Geschichte und Wahbi Khazri (66.) trafen für die Adler von Karthago, die auch bei ihrer fünften WM-Teilnahme in der Gruppenphase scheiterten. Den zuvor einzigen Sieg bei einer Endrunde hatte Tunesien 1978 (3:1 gegen Mexiko) gefeiert, anschließend folgten 13 Spiele ohne Erfolg. Panama war durch ein Eigentor von Yassine Meriah (33.) in Führung gegangen, beendete seine WM-Premiere letztlich ohne Punkt. Die 37 168 Zuschauer sahen trotz der sportlich geringen Bedeutung ein munteres Spiel.

Kurios: Als Ersatz für Schlussmann Mathlouthi hielt sich bei Tunesien Stürmer Ben Youssef bereit, weil die beiden etatmäßigen Keeper verletzt ausgefallen waren. Zwar war ein vierter Torhüter kurzfristig nach Saransk gereist, die erhoffte Ausnahmegenehmigung durch die Fifa blieb aber aus.