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Beim Deutschen Handball-Bund ist Feuer unterm Dach

Köln. Präsident Bernhard Bauer wirft seinem Vize Bob Hanning öffentlich Egoismus vor - in der Führungsspitze des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist ein Streit entbrannt, der sich leicht zum Flächenbrand ausdehnen könnte. sid

"Ich erwarte von Bob, dass er seine Teamfähigkeit verbessert", sagte Bauer der "Sport Bild": "Wenn es so weitergeht, dann können wir die Ziele, die wir für den deutschen Handball haben, nicht erreichen."

Länger schon trennt ein tiefer Graben den DHB-Boss und seinen für den Leistungssport zuständigen Stellvertreter. Nach Medieninformationen gab es bereits bei der WM in Doha einen Krisengipfel zwischen Bauer und Hanning. Bauer war unter anderem auch verärgert darüber, dass Hanning während der WM ohne interne Abstimmung beim ZDF-Sportstudio zu Gast war.

Auslöser des nun öffentlich entbrannten Streits ist vor allem die Tatsache, dass Hanning dem früheren Nationalspieler Stefan Kretzschmar den Posten des Frauen-Bundestrainers angeboten und sich damit angeblich im Alleingang über die Arbeit der Trainerfindungskommission beim DHB hinweg gesetzt hatte. Kretzschmar hatte anschließend öffentlich verkündet, er habe zwar über das Angebot nachgedacht, es aber letztlich aus einem Bauchgefühl heraus abgelehnt.

Tatsache ist, dass der DHB und damit vor allem Hanning bei der Suche nach einem Bundestrainer für seine Frauen-Nationalmannschaft nicht gerade zielsicher zu Werke geht. Die Mehrzahl der Trainer in der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) bemängelt, dass dem DHB seine Frauen bestenfalls egal seien. Anders sei nicht zu erklären, dass im Hinblick auf die wichtigen WM-Playoffs im Juni gegen Rekord-Weltmeister Russland noch kein Nachfolger für den nach der EM entlassenen Heine Jensen gefunden sei.