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Bei der Völkerverständigung am Ball bleiben

 Noch wirken alle sehr zurückhaltend. Doch beim gemeinsamen Training und verschiedenen Ausflügen freundeten sich die Fußballerinnen aus Jägersburg und Istanbul an. Foto: Markus Hagen
Noch wirken alle sehr zurückhaltend. Doch beim gemeinsamen Training und verschiedenen Ausflügen freundeten sich die Fußballerinnen aus Jägersburg und Istanbul an. Foto: Markus Hagen
Jägersburg. Internationale Kontakte fördern und auch pflegen ist ein Ziel der Abteilung Frauen- und Mädchenfußball des FSV Jägersburg. Die erste Gelegenheit dazu gibt es derzeit. Noch bis zum 18. Dezember sind acht Spielerinnen des Clubs Atasehir BLD Spor, einem Vorort von Istanbul, mit ihrem Trainer und Betreuer zu Besuch beim FSV Von Merkur-Mitarbeiter Markus Hagen

Jägersburg. Internationale Kontakte fördern und auch pflegen ist ein Ziel der Abteilung Frauen- und Mädchenfußball des FSV Jägersburg. Die erste Gelegenheit dazu gibt es derzeit. Noch bis zum 18. Dezember sind acht Spielerinnen des Clubs Atasehir BLD Spor, einem Vorort von Istanbul, mit ihrem Trainer und Betreuer zu Besuch beim FSV. "Mit diesem internationalen Projekt wollen wir dabei helfen, dass sich der Frauenfußball in der Türkei etabliert. Bei dem Besuch zeigen wir unseren türkischen Freunden Aufbau, Strukturen und auch Training bei unserem Frauen- und Mädchenfußball", erklärt Arno Auffenfeld, Abteilungsleiter Frauen- und Mädchenfußball beim FSV Jägersburg.

Für FCS eingesprungen

Gelegenheit hierzu gab es in den vergangenen Tagen unter anderem beim gemeinsamen Training in der Sporthalle der ehemaligen Grundschule in Jägersburg und bei einem Fußballspiel in der Soccerarena in Saarbrücken. Ursprünglich sollte das Projekt vom 1. FC Saarbrücken durchgeführt werden. Björn Dill, ehemaliger Trainer der B-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken und jetziger Coach bei den B-Juniorinnen des FVS Jägersburg: "Der 1. FC Saarbrücken hatte vor zwei Wochen kurzfristig abgesagt und daher sind wir nun eingesprungen."



Den Kontakt zwischen den türkischen und saarländischen Fußballerinnen hatte Kadrije Eker aus Völklingen hergestellt. "Ich bin froh, dass der Besuch doch noch zustande kam", erzählt sie nach dem Training der türkischen Fußballerinnen mit ihren Freunden des FSV Jägersburg bei einem gemeinsamen Treff im FSV-Sportheim. Seit dem 13. Dezember ist ein Teil der Mädchen- und Frauenfußballabteilung von Atasehir BLD Spor Istanbul nun zu Gast in Jägersburg. "Der Verein hat sich im Frauenfußball in den letzten Jahren sehr gut entwickelt", informiert Auffenfeld. Innerhalb von drei Jahren gelang der Aufstieg in die erste türkische Liga, wo Atasehir zurzeit Platz drei belegt. "In der Türkei ist der Frauenfußball noch im Aufbau und hat längst noch nicht die Popularität wie bei uns in Deutschland erreicht." Zum Vergleich: Beim DFB sind eine Million Mädchen und Frauen als aktive Spielerinnen gemeldet. In der Türkei sind es gerade einmal 1000. Im Sportheim zeigte Arno Auffenfeld Bilder vom Frauenländerspiel Deutschland gegen Brasilien vor 40 000 Zuschauern. Zahlen, die auch die türkischen Gäste aus Istanbul beeindruckten.

Murat Ülkü, Trainer der Fußballerinnen von Atasehir BLD Spor: "Wir freuen uns, dass wir Sport und Kultur hier in Deutschland kennenlernen konnten. Im Frauenfußball ist Deutschland führend in der Welt." Und nicht nur der Fußball stand in dieser Woche beim Besuch von Atasehir im Blickpunkt, sondern auch zahlreiche gemeinsame Unternehmungen, wie der Besuch der Schlossberghöhlen in Homburg, der Besuch des Weltkulturerbes in Völklingen, der Besuch des Bexbacher Grubenmuseums und der Saarbrücker Sportschule.

Eines ist sicher: Im nächsten Jahr wird der FSV Jägersburg zum Gegenbesuch in Istanbul erwartet. Dann soll das Ganze auch finanziell mit EU-Mitteln gefördert werden, wie Auffenfeld anmerkt.