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Verstimmungen beim FC Bayern
Salihamidzic pfeift Flick zurück

 Hasan Salihamidzic ist vom öffentlichen Vorpreschen seines Trainers nicht begeistert.
Hasan Salihamidzic ist vom öffentlichen Vorpreschen seines Trainers nicht begeistert. FOTO: dpa / Sven Hoppe
Doha. Bayern-Sportdirektor erteilt Wintertransfer von Leroy Sané eine Absage. sid

Das Telefon stand nicht still. Hasan Salihamidzic saß zwischen zwei Hecken auf einem weißen Plastikstuhl, begutachtete das Training und war immer wieder in Gespräche vertieft. Worum es ging? Nun, die Transfer-Steilvorlage hatte ihm Trainer Hansi Flick geliefert. „Man telefoniert ab und zu mal, das gehört zum Job dazu“, sagte Bayern Münchens Sportdirektor gelassen am Tag vor der Abreise aus dem Trainingslager in Doha.

Derzeit haben Brazzos Telefonate noch größere Bedeutung als sonst, nachdem Flick öffentlich „mindestens zwei“ Verstärkungen eingefordert und den designierten Sportvorstand etwas verstimmt hatte. Salihamidzic tadelte Flick jedenfalls für sein Vorpreschen: „Ich war überrascht über das mediale Betreiben der Kaderplanung. Davon bin ich kein Freund.“ Im Grundsatz jedoch stimme er mit Flick überein, der „den Erwartungsdruck“ spüre, den ein Cheftrainer beim FC Bayern nun mal habe. Die Personaldecke des verletzungsgeplagten Kaders, darüber gebe es keine zwei Meinungen, könnte dicker sein.

„Wir prüfen die Optionen. Topspieler werden von den Klubs nicht freigegeben“, sagte Salihamidzic, zumal der FC Bayern „einen Spieler, der uns jetzt gleich hilft“ benötige. Ein Wintertransfer von Leroy Sané (Manchester City), der nach seinem Kreuzbandriss vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining steht, sei daher „kein Thema“. Klar machte Salihamidzic aber: Auch ohne zusätzliche Spieler seien die Saisonziele nicht in Gefahr. Flick sieht das anders und auf der Position des Rechtsverteidigers sowie auf den offensiven Außenbahnen Bedarf – was einerseits damit zu tun hat, dass er Benjamin Pavard gerne im Deckungszentrum sieht und Joshua Kimmich auf der Sechs und andererseits mit den Verletzungen von Serge Gnabry (Achillessehnenprobleme) sowie Kingsley Coman (Kapseleinriss im linken Knie).



„Wenn man von ‚voll angreifen‘ und allen möglichen Titeln spricht, braucht man auch einen Kader, der in der Tiefe genügend Substanz und Qualität besitzt“, so Flick. Diese Tiefe fehlt aktuell. Derzeit muss es ohne Niklas Süle (Reha nach Kreuzbandriss), Javi Martínez (Muskelbündelriss) und Lucas Hernández (Sprunggelenks-OP) sowie eben ohne Coman und Gnabry gehen. Auch Robert Lewandowski (nach Leisten-OP) ist noch nicht 100 Prozent fit.