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Nach dem 4:3 im DFB-Pokal gegen Hoffenheim
Turbulente Schlussphase ein deutlicher „Weckruf“ für die Bayern

 Bayern-Torschütze Thomas Müller (li.) hätte vor dem Liga-Kracher im Pokal gegen Hoffenheim gerne einen deutlicheren Fingerzeig abgegeben.
Bayern-Torschütze Thomas Müller (li.) hätte vor dem Liga-Kracher im Pokal gegen Hoffenheim gerne einen deutlicheren Fingerzeig abgegeben. FOTO: dpa / Matthias Balk
München. Mit dem knappen 4:3-Sieg im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim haben die Münchner vor dem Liga-Gipfel gegen Leipzig ein deutliches Ausrufezeichen verpasst. sid

Hansi Flick sprach leicht genervt von einem „Weckruf“, Joshua Kimmich von einem „verpassten Ausrufezeichen“: Der 4:3 (3:1)-Zittersieg im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen die TSG Hoffenheim hat Bayern München vier Tage vor dem Bundesliga-Kracher gegen RB Leipzig in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Die turbulente Schlussphase, in der der Rekordmeister die sicher geglaubte Viertelfinal-Teilnahme fast noch verspielt hätte, habe noch einmal „die Sinne geschärft“, betonte der erneut starke Thomas Müller vor dem Gipfel am Sonntag (18.00 Uhr/Sky): „Es war schön zu sehen, was passieren kann, wenn wir zu selbstsicher sind und nicht mehr 100 Prozent gegen den Ball arbeiten.“ Auch Kimmich monierte die allzu lässige Spielweise nach eigentlich beruhigender 4:1-Führung. Da habe man „viel zu viele Fehler gemacht. Ein 4:1 oder 5:1 wäre schon ein Superzeichen gewesen.“ Aber so? „Das zeigt, dass wir mental wach bleiben müssen.“ Weitgehend waren die Bayern gegen Hoffenheim souverän. Nach Eigentoren von Jerome Boateng (8.) und Benjamin Hübner (13.) machten Müller (20.) und zweimal Torjäger Robert Lewandowski (36. und 80.) scheinbar alles klar. Doch Munas Dabbur (82. und 90.+2) brachte die nachlässigen Münchner noch einmal ganz gehörig ins Wanken.

Damit es im mit Spannung erwarteten Duell gegen den angeschlagenen sächsischen Herausforderer weiter in die richtige Richtung geht, hat Flick deutliche Worte an seine Stars angekündigt. „Dass wir noch mal so ins Schwimmen kommen, darüber müssen wir reden, und das werden wir analysieren.“ Gegen Verfolger Leipzig müsse der Tabellenführer „über 90 Minuten als Team auf den Platz bringen“, was er zuvor etwa beim 5:0 gegen Schalke gezeigt habe. Ansonsten hatte Flick wenig Lust, über den Kracher zu reden. Gefragt nach der Form des Kontrahenten, meinte er: „Das soll Julian Nagelsmann beantworten.“ Überhaupt habe er sich bislang „mit Leipzig noch nicht auseinandergesetzt“.



Seine Spieler schon. Nach drei Pflichtspiel-Pleiten sei RB „angeknockt. Das wird ein wichtiges Spiel, da ist viel Brisanz drin. Leipzig will eine Reaktion zeigen“, sagte Kimmich. Doch bei aller Bedeutung: „Am Sonntag wird die Meisterschaft nicht entschieden“, unterstrich nicht nur Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Das nicht — aber die in zuletzt acht Spielen siegreichen Münchner würden auf dem Weg zum achten Titel in Serie gerne ein weiteres Zeichen setzen.