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Fußball-Bundesliga
„Brazzo“ will kein Schuljunge sein

Die Rolle von Sportdirektor Hasan Salihamidzic beim FC Bayern München wird in der Öffentlichkeit durchaus kritisch gesehen – vor allem seit der legendären Pressekonferenz der Bayern-Bosse vor knapp zwei Wochen.
Die Rolle von Sportdirektor Hasan Salihamidzic beim FC Bayern München wird in der Öffentlichkeit durchaus kritisch gesehen – vor allem seit der legendären Pressekonferenz der Bayern-Bosse vor knapp zwei Wochen. FOTO: dpa / Peter Kneffel
München. Der Sportdirektor des FC Bayern München sieht sich in seiner Position nicht geschwächt. sid

Uli Hoeneß leitete einst als wortgewaltiger Manager des FC Bayern die „Abteilung Attacke“, der ehemalige Münchner Sportvorstand Matthias Sammer galt als unbequemer „Motzki“ – und Hasan Salihamidzic? Seit seinem Amtsantritt als Sportdirektor beim deutschen Fußball-Rekordmeister am 1. August 2017 hat der 41-Jährige Probleme, sein Profil nachhaltig zu schärfen. In der Öffentlichkeit ist seine Rolle zumindest umstritten.

Die Diskussionen um den Bosnier sind nach dessen unglücklichem Auftritt bei der viel diskutierten Pressekonferenz der Bayern-Bosse Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge noch intensiver geworden. Doch Salihamidzic selbst sieht sich keineswegs geschwächt, auch wenn ihm Vorstandsboss Rummenigge bei der mittlerweile legendären Medienschelte oft brüsk ins Wort gefallen war. „Meine Position ist genau wie am Anfang: sehr stark. Ich bin sehr zufrieden damit“, sagte Salihamidzic unlängst dem Bezahlsender Sky. Um seine Stärke müsse sich „keiner Gedanken machen, ich habe ganz viel Verantwortung im sportlichen Bereich“.

Nach außen hin wirkt das oft nicht so. „Wenn er so abgekanzelt wird wie auf der PK, kann er sein Profil nicht schärfen“, merkte Sky-Experte Dietmar Hamann kritisch an. Aus dem Innern des Klubs sei zwar zu hören, „dass er unheimlich fleißig ist und versucht, viel zu verändern. Aber da muss ich ihn auch in der Öffentlichkeit stärken“, meinte Hamann. Salihamidzic sei „doch kein Schuljunge“, ergänzte der ehemalige Bayern-Profi Thomas Berthold in Richtung Rummenigge.



Das, so betonen die Verantwortlichen immer wieder, sei Salihamidzic keineswegs. Rummenigge sieht bei ihm „großen Fleiß und großes Engagement“. Salihamidzic sei „keine Notlösung. Man muss nicht in den Medien dazwischenhauen, sondern intern – und das kann und tut er auch“, hatte Hoeneß bereits wenige Wochen nach dem Amtsantritt von „Brazzo“ betont. Dieser habe „in 14 Tagen intern mehr dazwischengehauen als Matthias Sammer in einem ganzen Jahr“, betonte Hoeneß. Man habe „möglicherweise die Königslösung gefunden. Er ist von morgens um 8 Uhr bis abends um 22 Uhr da.“

Das Rampenlicht sucht Salihamidzic dabei nicht gerade. Er arbeite viel lieber „im Hintergrund“, sagte er einmal und versprach außerdem, „24 Stunden sieben Tage die Woche für die Spieler da zu sein“. Was die Öffentlichkeit von seiner Arbeit denke, sei „egal“.