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DFB-Pokal
Bayer beendet den Pokalfluch gegen Bremen

Im Jubel vereint genießen Julian Brandt (rechs) und Leon Baily den Leverkusener Halbfinal-Einzug. Brandt traf nach frühem Rückstand zum 1:2 und 2:2. Am Ende gewann Bayer mit 4:2.
Im Jubel vereint genießen Julian Brandt (rechs) und Leon Baily den Leverkusener Halbfinal-Einzug. Brandt traf nach frühem Rückstand zum 1:2 und 2:2. Am Ende gewann Bayer mit 4:2. FOTO: Federico Gambarini / dpa
Leverkusen. Bayer Leverkusen hat im siebten Versuch erstmals ein DFB-Pokalspiel gegen Werder gewonnen. Beim 4:2 trafen dabei zwei „Bremer“.

Julian Brandt schwärmte am späten Dienstagabend mit einem Dauergrinsen von Heiko Herrlich und der neuen Mentalität bei Bayer Leverkusen. „Der Trainer hat den ganzen Zug zum Anfahren gebracht“, hielt der 21 Jahre alte Profi nach dem 4:2 (2:2, 1:2) nach Verlängerung im DFB-Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen fest. Brandt verwies auf den Verdienst des Fußball-Lehrers, für eine veränderte Einstellung innerhalb des Kaders gesorgt zu haben: „Wir haben viel daran gearbeitet, dass das inniger wird. Jeder versteht jeden, auch neben dem Platz.“ Nach Platz zwölf in der Vorsaison ist die Herrlich-Auswahl als Liga-Zweiter auf Champions-­League-Kurs und als Cup-Halbfinalist nur noch einen Sieg vom Endspiel am 19. Mai in Berlin entfernt.

Ein wenig hätte Confed-Cup-Gewinner Brandt auch von sich schwärmen können. Immerhin ebnete der gebürtige Bremer nach dem 0:2-Rückstand durch Max Kruses Foulelfmeter (4. Minute) und Aron Johannsson (7.) mit seinem ersten Doppelpack (31. und 55.) in einem Pflichtspiel für Bayer den Weg zum 4:2. Es war im siebten Anlauf der erste DFB-Pokal-Sieg gegen Werder, der „Bremen-Fluch“ ist gebrochen.

Der zweite Wegbereiter zur ersten Halbfinal-Teilnahme der Leverkusener nach neun Jahren war einer, der von 1998 bis 2004 in der Werder-Jugend spielte: Karim Bellarabi. Herrlich wechselte ihn in der 108. Minute für Dominik Kohr ein. Und nur drei Minuten später traf er mit dem ersten Ballkontakt zum 3:2. Der 18-jährige Kai Havertz machte dann alles perfekt (118.). „Ich war die ganze Zeit bereit“, sagte Bellarabi, der diese Saison nur zwölf Mal in der Startelf stand. Doch weil auch der 27-Jährige den veränderten Teamgeist positiv wahrzunehmen scheint, fügt er sich und ist dann da, wenn er gebraucht wird. „Heute wirst du das entscheidende Tor machen“ – das hatte Herrlich ihm in der 108. Minute gesagt. Einziger Wermutstropfen: Kapitän Lars Bender (28) erlitt einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich der linken Oberschenkelmuskulatur und fällt mindestens drei Wochen aus.



Der FC Bayern München freute sich nach dem 6:0-Erfolg beim SC Paderborn, dass der freche Außenseiter im Gegensatz zur meist unterwürfigen Liga-Konkurrenz frech mitspielte. „Nationalspieler Niklas Süle sagte: „Ich finde es super, wenn der Gegner sagt, er will in die nächste Runde. Und dann auch wirklich so auftritt.“ Auch Trainer Jupp Heynckes schwärmte regelrecht vom Drittliga-Spitzenreiter. „Mit diesem Fußball kannst du was erreichen“, sagte er: „Paderborn wird aufsteigen und auch in der 2. Liga eine gute Rolle spielen.“

Woche für Woche trifft der Serienmeister sonst auf Gegner, die  nur auf Schadensbegrenzung aus sind. Die Paderborner suchten dagegen allen Ernstes ihre Chance. Doch das Ergebnis war ernüchternd. „Wir haben den Arsch vollgekriegt“, sagte Trainer Steffen Baumgart und gab zu: „Wenn die Mannschaft einer ins Verderben geführt hat, dann war ich es. Ich habe gesagt, dass wir nach vorne spielen. Auch mit dem Risiko, dass wir Fehler machen. Die haben wir gemacht und wurden bestraft.“

Die Münchner Laune trübte nur die Verletzung von Thomas Müller etwas. Er zog sich eine Oberschenkelprellung zu, gab gestern aber schon wieder Entwarnung und schrieb über Twitter: „Ich werde bald wieder einsatzbereit sein. Keine Sorge!“ Bayern soll indes am deutschen Nationalspieler Amin Younes von Ajax Amsterdam Interesse haben. Das berichtet die „Gazzetta dello Sport“. Der Transfer des gebürtigen Düsseldorfers soll im Sommer erfolgen. Der bereits als sicher geltende Wechsel des 24-jährigen Offensivspielers zum SSC Neapel sei dagegen geplatzt.