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Bamberg zurück auf dem Thron

Bamberg. Die Brose Baskets Bamberg haben es geschafft. Im entscheidenden fünften Finale sicherten sich die Franken die deutsche Meisterschaft. Titelverteidiger Bayern München fehlte am Ende einfach die Kraft für eine neuerliche Wende. sid

Andrea Trinchieri lächelte, er genoss seinen großen Moment. "Ich habe fertig", sagte der Meistertrainer der Brose Baskets Bamberg und lachte über sich selbst. Es waren die ersten deutschen Worte des Italieners - was hätte nach erfüllter Mission auch besser passen sollen als der berühmte Satz seines Landsmanns Giovanni Trapattoni ?

Stolz und erleichtert war Trinchieri, nachdem sein Team im Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft das entscheidende fünfte Spiel mit 88:84 (49:36) gegen Bayern München gewonnen und die Gäste entthront hatte. Es ist der siebte Titel für die Brose Baskets, der Erfolg ist das Ergebnis eines Großumbaus im vergangenen Sommer.

"Wir haben uns diesen Titel verdient, denn wir haben ein großes Spiel gemacht. Insgesamt war das für uns eine unglaubliche Saison, da kann ich den Spielern nur danken", sagte Trinchieri. Der Münchner Nationalspieler Heiko Schaffartzik war dagegen geknickt: "Es tut sehr weh. Aber Bamberg war über die gesamte Saison besser."

Zwei Jahre nach ihrer bislang letzten Meisterschaft sind die Brose Baskets wieder die Nummer eins. Der Sieger der Hauptrunde sicherte sich vor eigenem Publikum im zweiten Anlauf den Pokal, nachdem am Mittwoch der erste Matchball in München vergeben worden war (73:83). In der Stadt, wo einst Trapattoni Fußball-Trainer der Bayern war und seine unvergessene Pressekonferenz gab.

Besonders gefeiert wurden die überragenden Trevor Mbakwe (20 Punkte) und Darius Miller (12). Als wertvollster Spieler der Finals (MVP) wurde Spielmacher Brad Wanamaker ausgezeichnet. Bamberg erwischte gestern einen Traumstart. Die Brose Baskets spielten hochkonzentriert und mit Tempo, München fand nicht in seinen Rhythmus. Der Vorsprung wurde Anfang des zweiten Viertels erstmals zweistellig (31:21), Bayern-Trainer Svetislav Pesic nahm wenig später eine Auszeit.

Die Maßnahme zeigte kaum Wirkung. München hatte große Mühe mit den aggressiven Bambergern, die immer wieder zu leichten Punkten kamen. Auch nach der Pause blieb das Bild gleich. Die Brose Baskets blieben ihrer Linie treu, der FC Bayern fand keine Antworten.

Die Rückkehr an die Spitze ist für die Verantwortlichen in Bamberg eine Genugtuung. Im vergangenen Sommer hatte sich der erfolgsverwöhnte Verein nach einer enttäuschenden Saison und dem Playoff-Aus im Viertelfinale für einen Radikalumbau entschieden.

Trinchieri ersetzte den US-Amerikaner Chris Fleming (45), der anschließend Bundestrainer wurde. Auch der langjährige Sportdirektor Wolfgang Heyder (58) und ein Großteil der Spieler mussten gehen. Der Schritt der Bamberger war mit Risiko verbunden - doch er war richtig. Nun spielt Bamberg wieder in der Euroleague.