| 21:20 Uhr

Bach greift Anwalt der Bauern an

 Der im Umbau befindliche Slalomhang am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen. Foto: dpa
Der im Umbau befindliche Slalomhang am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen. Foto: dpa
München. Der Grundstücks-Streit um das Großprojekt Olympia 2018 geht in eine neue Runde. Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat den Anwalt der Grundstückbesitzer in Garmisch-Partenkirchen scharf kritisiert

München. Der Grundstücks-Streit um das Großprojekt Olympia 2018 geht in eine neue Runde. Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat den Anwalt der Grundstückbesitzer in Garmisch-Partenkirchen scharf kritisiert. "Wenn ein Anwaltsbrief öffentlich wird und sich herausstellt, dass von 59 Bauern überhaupt nur einige von den olympischen Planungen betroffen sind und mit den anderen noch Gespräche geführt werden, spricht das für sich", sagte Bach.Der Brandbrief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei eine "Steilvorlage für die Mitbewerber", sagte Bach. Enttäuschend sei, dass eine solche Geschichte in der Schlagzeile gipfele, Bayerns Bauern machen mobil gegen Olympia: "Sie können davon ausgehen, dass in Korea und Frankreich das eine oder andere Schenkelklopfen zu hören gewesen ist, und das war kein Schuhplattler." Pyeongchang in Südkorea und das französische Annecy sind Münchens Konkurrenten um die Winterspiele 2018.

Nach Ablauf eines Ultimatums an die Münchner Olympia-Bewerber hatten sich 59 Bauern in Garmisch direkt an das IOC gewandt. In dem Schreiben an IOC-Präsident Jacques Rogge vom 23. Dezember hatte Rechtsanwalt Ludwig Seitz mitgeteilt, dass seine Mandanten ihren Grundbesitz nicht für die Winterspiele 2018 zur Verfügung stellen werden.

Um die Chancen gegen die Mitbewerber bis zur Vergabe im Juli zu wahren, wäre eine Enteignung der Grundstücksbesitzer laut Gesetz möglich, für Bach ist das aber keine Option. Er setzt auf das Verhandlungsgeschick der bayrischen Staatsregierung, die schon für die alpine Ski-WM Anfang Februar 2011 Lösungen für die gleiche Problematik fand. dpa