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Es ist aber auch eine leichte Gruppe möglich
In der EM-Quali drohen harte Nüsse

Die Auslosung zur EM-Qualifikation könnte Joachim Löw mehr Kopfweh als sonst bereiten.
Die Auslosung zur EM-Qualifikation könnte Joachim Löw mehr Kopfweh als sonst bereiten. FOTO: dpa / Andreas Gebert
Dublin. Bei der Auslosung am Sonntag in Dublin ist Deutschland nur in der zweiten Klasse. dpa

Auf seiner letzten Dienstreise im total verkorksten WM-Jahr bekommt Joachim Löw den Absturz 2018 schonungslos vor Augen geführt. Der entthronte Weltmeister und Nations-League-Absteiger befindet sich bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2020 an diesem Sonntag nur noch in Europas zweiter Fußball-Klasse – gemeinsam mit Mannschaften wie Österreich, Wales oder Tschechien. In den Kreis der kontinentalen Größen wie Weltmeister Frankreich, Ex-Champion Spanien oder den erstarkten Teams aus England und Holland hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft keinen Zutritt mehr. „Wir müssen aus dem enttäuschenden Jahr die richtigen Lehren ziehen, für das nächste Jahr und das Turnier 2020“, forderte daher der Bundestrainer.

Für Nationalspieler Marco Reus gibt es vor der Zeremonie im Convention Center von Dublin am Sonntag (12 Uhr) auch keinen Grund zu jammern. „Wir sind selber schuld, dass wir in diesen Schlamassel reingeraten sind“, sagte der BVB-Profi. Der „Schlamassel“ bedeutet, dass der dreifache Europameister auf jeden Fall einen namhaften Gegner aus den Top Zehn zugelost bekommt.

Eines kommt Deutschland aber zugute. Neben den zehn Gruppensiegern lösen auch alle zehn Gruppenzweiten das Ticket für die Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf Gastgeber-Ländern. Einen Ausrutscher kann sich die Löw-Auswahl in der Ausscheidungsrunde von März bis November 2019 also sogar leisten. Und wie auf dem Weg zur EM 2008, als Deutschland nach dem miserablen EM-Abschneiden 2004 für die Quali nicht topgesetzt war, wäre trotz der B-Einstufung ein leichtes Los möglich: Zum Beispiel mit einer Gruppe mit der Schweiz, Finnland, Zypern und Gibraltar oder Polen, Nordirland, Estland, Armenien und San Marino. Eine kniffligere Variante wäre eine Gruppe mit Frankreich oder Belgien als Gruppenkopf und der Türkei, Serbien oder Irland als unbequemen Kontrahenten aus Topf 3.