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Aufeinandertreffen der besonderen Art

Herr Bullacher, die Vorzeichen vor dem zweiten Stadtderby der laufenden Saison stehen sicher anders, als sie es vor dieser Spielzeit erwartet hätten. Wie gehen Sie am Freitag in die Begegnung gegen die VTZ?Stefan Bullacher: Kein Mensch hätte vor der Saison erwartet, dass die Vorzeichen so sind, wie sie nun sind, dass wir noch um die Meisterschaft mitspielen und die VTZ nicht mehr

Herr Bullacher, die Vorzeichen vor dem zweiten Stadtderby der laufenden Saison stehen sicher anders, als sie es vor dieser Spielzeit erwartet hätten. Wie gehen Sie am Freitag in die Begegnung gegen die VTZ?Stefan Bullacher: Kein Mensch hätte vor der Saison erwartet, dass die Vorzeichen so sind, wie sie nun sind, dass wir noch um die Meisterschaft mitspielen und die VTZ nicht mehr. Aber es ist anders gekommen und jetzt nehmen wir die Situation so an, wie sie ist. Wir freuen uns auf das Derby. Es belastet uns überhaupt nicht. Trotz der Hypotheken, wie der Kreuzbandriss von Dominik Schweizer, die uns im Saisonverlauf auferlegt wurden, ist der Spaß nicht verloren gegangen. Das soll auch so bleiben. Die Freude am Spiel steht im Vordergrund.

Herr Grub, auch Sie hätten vor der Saison wohl andere Vorzeichen erwartet. Hinzu kommt die Enttäuschung nach der Niederlage im Pokalfinale am Montag. Wie schaffen Sie es, die Mannschaft für das Derby zu motivieren?

Andreas Grub: Ich glaube nicht, dass es vor einem Stadtderby noch einer Motivationshilfe bedarf. Ich hatte im Training diese Woche auch nicht den Eindruck, dass ich meinen Spielern noch einen Motivationsschub geben muss vor diesem Spiel am Freitagabend.



Am Montag hat die VTZ im Pokalhalbfinale gezeigt, dass Sie gegen den SV 64 auch in dieser Saison durchaus bestehen kann. Sehen Sie es als Vor- oder Nachteil an, in dieser Woche bereits aufeinandergetroffen zu sein?

Bullacher: Wir haben im Vorfeld mehrfach gesagt, dass der Pokal für uns eine untergeordnete Rolle spielt. Und so sind wir auch reingegangen. Niemand hat am Montag die SV-Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz gehen sehen. Ich sehe es auf jeden Fall eher als Vorteil, sich begegnet zu sein. Wir sehen das Spiel als Vorbereitung auf Freitag. Es könnte auch ein Vorteil sein, dass wie am Montag nur einmal gespielt haben.

Grub: Es sind ja zwei ganz unterschiedliche Begegnungen und ganz unterschiedliche Situationen, in denen man aufeinandertrifft. Von der Situation in der Liga her ist es so, dass wir sicher viel weniger Druck haben als unser Gegner. Der SV muss gewinnen, um den Spitzenplatz, den sich die Mannschaft erkämpft hat, verteidigen zu können. Was aber nicht heißt, dass wir nicht auch gewinnen wollen. Wir wollen noch mal zeigen, dass es am vergangenen Montag kein Zufall war, dass wir gegen den SV gewonnen haben. Wir wollen auch am Freitag eine möglichst konzentrierte Leistung bringen.

Herr Bullacher, sehen Sie das Hinspiel gegen die VTZ in der Liga (30:26) als das Schlüsselspiel an, in dem der Knoten endgültig geplatzt ist?

Bullacher: Absolut. Im Saisonverlauf war es ja so, dass wir die ersten Spiele allesamt gewonnen hatten. Dann wurde gesagt: Das waren auch alles Gegner, die nicht oben mitspielen. Alle dachten, der SV hat sich in den ersten Begegnungen die Punkte gegen den Abstieg angehäuft. Danach kam mit Mundenheim der erste starke Gegner und wir haben tatsächlich verloren. Der Punkt gegen Haßloch war dann schon eine Überraschung, gegen Offenbach haben wir wieder verloren. Dann kam der Derbysieg gegen die VTZ. Seither haben wir nicht mehr verloren und sind seit 15 Spielen ungeschlagen.

Herr Grub, welche Ziele können Sie sich für die verbleibenden Spiele noch setzen?

Grub: Die Fragen implizieren, als hätten wir nur Enttäuschungen erlitten in dieser Saison. Das ist nicht richtig. Wir hatten uns vor der Saison vorgenommen, in der Spitzengruppe mitzuspielen. Da sind wir immer noch drin. Es ist also keine so große Enttäuschung. Wir werden nun versuchen, die Position zu halten. Die beiden Spitzenmannschaften sind noch bei uns zu Gast, die wollen wir ärgern.

Am Ende ist es so eingetroffen, wie wir es vor der Saison gesagt haben: Wer Meister werden will, muss uns schlagen. Und das macht auch die Spannung für den Rest der Saison aus. Wir werden jetzt nicht mit einer Ist-mir-egal-Haltung in die Spiele gehen. Wir wollen zeigen, dass wir mit in die Spitze gehören.

Was wünschen Sie sich für das Spiel am Freitag?

Bullacher: Einen Sieg. Und natürlich, was man sich zu jedem Spiel wünscht: Dass sich niemand verletzt.

Grub: Dass die Halle voll ist, eine tolle Atmosphäre und ein tolles Handballspiel. Zudem eine Schiedsrichterleistung, die ein gutes Handballspiel auch zulässt. Am Ende soll die bessere Mannschaft gewinnen.