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Auf Weisweilers Spuren

Köln. Köln verlängert den Vertrag mit Trainer Stöger vorzeitig bis 2020 und gibt ihm einen großen Vertrauensvorschuss. Der Österreicher könnte zum FC-Rekordcoach werden und Legende Weisweiler überflügeln. Dpa-Mitarbeiterulli Brünger

Der 1. FC Köln hat mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Trainer Peter Stöger kurz vor dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga ein positives Signal gesetzt. Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am morgigen Samstag verkündeten die Rheinländer stolz, dass sie mit dem 49 Jahre alten Österreicher bis 2020 weiterarbeiten wollen. Ursprünglich war der Kontrakt des erfolgreichen Coaches bis 2017 datiert.

"Die Zusammenarbeit ist geprägt von einem guten Arbeitsklima, von Sachlichkeit und Zielgerichtetheit. Erfolgreiche Dinge soll man nicht auseinanderreißen", erklärte Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke gestern. In Stöger habe man den "optimalen Trainer für den FC, das ist unsere tiefe Überzeugung". Die lange Laufzeit bis 2020 bezeichnete Schmadtke als "ein Zeichen des Vertrauens und der Wertschätzung". Auch der Kontrakt von Co-Trainer Manfred Schmid wurde angepasst, Torwarttrainer Alexander Bade besitzt einen unbefristeten Vertrag.

Für Stöger und sein Team passt alles optimal. Der Vertrauensvorschuss sei für ihn "großer Ansporn" in der täglichen Arbeit. "Deshalb musste ich nicht lange nachdenken. Gemeinsam wollen wir den eingeschlagenen Weg möglichst erfolgreich fortsetzen. Hinzu kommt, dass wir uns abseits des Fußballs in der Stadt sehr wohlfühlen", sagte Stöger, der die Kölner im Sommer 2013 in der 2. Liga übernommen und direkt zurück in die Fußball-Bundesliga geführt hatte.

In der vorigen Spielzeit sicherte er mit dem jungen Team den Klassenverbleib. Nach dieser Hinrunde stehen die Kölner mit 24 Zählern auf dem neunten Platz prächtig da. Stöger hat hohe Ziele: "Wir glauben, die Gruppe weiterentwickeln zu können und den Club durch sportliche Kontinuität weiter nach oben zu bringen."

Das Trainerteam ist ein wichtiger Baustein in der auf Kontinuität ausgerichteten Strategie des einstigen Problemclubs. Auch die beiden Entscheidungsträger und Geschäftsführer Schmadtke (bis 2020) und Alexander Wehrle (2021) haben langfristige Arbeitspapiere.

Sollte der bei den Fans beliebte Stöger seinen Vertrag erfüllen, wäre er mit Abstand der Rekordcoach der Geißböcke. Bisher war Trainer-Legende Hennes Weisweiler, der insgesamt dreimal für die Rheinländer arbeitete, in zwei seiner Amtszeiten (1948 bis 1952) und 1976 bis 1980) am längsten ohne Unterbrechung für den FC tätig. Auch Christoph Daum brachte es zwischen 1986 und 1990 auf fast vier Jahre.

Vor der Partie gegen die abstiegsbedrohten Stuttgarter lässt sich Stöger nicht in die Karten schauen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren. "Für die letzte Feinheit im taktischen Bereich nehmen wir uns die Freiheit", kommentierte der Coach die Geheimniskrämerei. Dass gegen den VfB schon Wintereinkauf Filip Mladenovic von Beginn an zum Einsatz kommt, ist unwahrscheinlich. Auch wenn der für 1,4 Millionen Euro von BATE Baryssau verpflichtete serbische Linksverteidiger in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterließ. Stöger kann personell aus dem Vollen schöpfen.