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Auch Klinsmann will Gold

Frisco. Für US-Trainer Jürgen Klinsmann hat die Kontinentalmeisterschaft von Nord- und Zentralamerika große Bedeutung. Er strebt beim Gold-Cup die Titelverteidigung an und will sich damit für den Confed-Cup 2017 qualifizieren. sid

In der Nacht zu Montag erlebte Jürgen Klinsmann , was der Fußball in den USA auslösen kann. Der frühere Bundestrainer zitterte wie US-Präsident Barack Obama und ein ganzes Land im WM-Finale gegen Japan (5:2) mit den US-Frauen, bejubelte direkt danach die "tolle Leistung" und übermittelte seine Glückwünsche. Ab heute greift Klinsmann beim Gold-Cup, dem Turnier der Nationen aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik, nach seinem zweiten Titel mit der US-Nationalmannschaft.

"Alle erwarten von uns, dass wir dieses Turnier gewinnen", sagte Klinsmann - und er selbst gehört dazu: "Auch wenn Honduras, Costa Rica oder Mexiko sehr gute Mannschaften haben, die uns schlagen können, müssen wir am Ende oben stehen."

Die USA starten heute in Frisco gegen WM-Teilnehmer Honduras als Titelverteidiger in das Turnier. Im Falle eines weiteren Final-Erfolgs am 26. Juli in Philadelphia würden die US-Boys nicht nur zum bisherigen Rekordsieger Mexiko aufschließen, sondern auch das Ticket für den Confed-Cup 2017 lösen, an dem auch Weltmeister Deutschland teilnehmen wird. Das "halbe Ticket" haben die USA durch den Triumph 2013 schon sicher. Sollte diesmal ein anderes Team gewinnen, würde der Confed-Cup-Teilnehmer in einem Entscheidungsspiel ermittelt.

Vor allem aber wäre ein Sieg im eigenen Land - neben 13 Spielorten in den USA finden zwei Spiele in Toronto/Kanada statt - ein weiterer Schritt, die USA als Fußball-Macht zu etablieren. In den Staaten hinkt Fußball, darauf verweist Klinsmann immer wieder, noch hinter den Top vier (Football, Baseball, Basketball, Eishockey) zurück. Dass die US-Boys bei der WM im Vorjahr die vermeintliche Todesgruppe mit Deutschland, Ghana und Portugal überstanden und im Achtelfinale erst nach Verlängerung an den starken Belgiern scheiterten, war schon ein Schritt in diese Richtung - der Klinsmann aber bei weitem nicht zufrieden stellt. "Er will alles aus uns herausholen, das treibt ihn an", sagt Fabian Johnson von Borussia Mönchengladbach , der wie John Brooks (Hertha BSC ), Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt ) und Alfredo Morales (FC Ingolstadt) zum Kader zählt.