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1. FC Kaiserslautern
Auch die Art und Weise lässt hoffen

Der 1. FC Kaiserslautern hat sich den zweiten Sieg in Folge erkämpft.
Der 1. FC Kaiserslautern hat sich den zweiten Sieg in Folge erkämpft. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern sieht im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga wieder Licht am Ende des Tunnels.

(dpa/red) Michael Frontzeck hat dem 1. FC Kaiserslautern mit zwei Siegen in zwei Spielen neues Leben eingehaucht. Doch trotz des Traumstarts des neuen Trainers verfielen die Profis des Fußball-Zweitligisten nach dem 3:1 (2:1) gegen den Tabellen-Dritten Holstein Kiel nicht in Euphorie. „Es ist noch zu früh, um auf die Tabelle zu gucken. Wir sind gut beraten, weiter nur von Spiel zu Spiel zu schauen. Wir müssen uns noch weiter steigern, dann kann es ein spannender Frühling werden“, sagte Rückkehrer Ruben Jenssen.

Doch nicht nur die drei Punkte geben neue Hoffnung auf den Klassenerhalt, auch die Art und Weise des Auftrittes am Freitagabend war überzeugend. Der Relegationsplatz scheint bei nur noch vier Zählern Rückstand wieder in greifbarer Nähe, was den Glauben an ein Fußball-Wunder auf dem Betzenberg befeuert. „Der FCK ist wieder da“, riefen die rund 20 000 Fans stolz und sangen sogar selig: „Oh wie ist das schön“.

Der Erfolg bei Frontzecks Heim-Debüt war der starken Offensivleistung zu verdanken, allen voran ragte Osayamen Osawe heraus. Erst bereitete der Engländer das schnelle Führungstor durch Brandon Borrello in der zweiten Minute vor, holte dann den von Christoph Moritz verwandelten Strafstoß zum 2:1 heraus (45.) und traf mit seinem ersten Saisontor selbst zum Endstand (51.).



„Wir haben es nicht geschafft, Osawe zu kontrollieren. Er hat permanent Torchancen kreiert und das überragend gemacht“, lobte selbst Kiels Trainer Markus Anfang den pfeilschnellen Stürmer. Solche Anerkennung wurde dem 24-Jährigen zuletzt kaum zuteil, weil er sein Talent zwar immer wieder andeutete, mit einer zeitweise mangelhaften Arbeitseinstellung aber viel Kritik provozierte. „Ich weiß, dass er oftmals kritisch gesehen wird hier in Lautern. Da hat er sich etwas zurückgeholt“, freute sich Frontzeck.

Dafür taten sich dieses Mal im Abwehrverbund eklatante Lücken auf. Über die linke Seite mit Leon Guwara und Innenverteidiger Stipe Vucur wurden die Kieler immer wieder gefährlich. Zudem hatten die Pfälzer Glück, dass Marvin Duksch (13.) mit einem Foulelfmeter an Keeper Marius Müller scheiterte. „Hätte ich noch Haare, wären mir heute ein paar graue gewachsen“, sagte Frontzeck zur Defensivleistung.

Bei aller Freude über den perfekten Einstand Frontzecks vergaß niemand, welchen Anteil der erkrankte Ex-Coach Jeff Strasser am Aufschwung trägt. „Wir haben in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet und unsere Schwächen im Offensivspiel ein Stück weit abstellen können. Das ist auch ein Sieg von Jeff Strasser“, lobte Philipp Mwene den wegen Herzrhythmusstörungen aus dem Amt geschiedenen Luxemburger.

Am kommenden Freitag geht es gegen den SV Sandhausen (18.30 Uhr) mit einem Heimspiel auf dem Betzenberg weiter. Ein paar Zuschauer mehr als gegen Kiel dürften es aus Sicht des wiederverpflichteten FCK-Stürmers Halil Altintop dann schon sein: „Ich kenne das Stadion nicht mit so wenig Fans. Wenn das Flutlicht hier an war, dann hatten die Gegner zu meiner Zeit richtig Angst – da müssen wir wieder hinkommen.“