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Alpin-Saison soll starten
Ski: Wetter gefährdet Weltcup-Auftakt in Sölden

Sölden. Es ist ein Auftakt mit zahlreichen Ungewissheiten. Felix Neureuther etwa testete am Freitag in der „ice box“, dem „Kühlschrank“ genannten Teil des Rettenbachferners hoch über dem österreichischen Sölden, wie sein wieder malader Rücken auf hohe Belastung reagiert. sid

Ob er am Sonntag beim Riesenslalom zum Auftakt des Weltcup-Winters am Start steht, will er erst am Samstag entscheiden. Wenn überhaupt gefahren werden kann.

Viktoria Rebensburg, im vergangenen Jahr glorreiche Siegerin beim ersten Rennen des Winters, verspürte „ein Kribbeln“, als sie nach Sölden fuhr. Doch weil es das erste Rennen ist, „sind auch die Fragezeichen im Kopf wieder da“, ergänzte die beste Riesenslalom-Fahrerin des vergangenen Winters -– schließlich gehe es „wieder bei Null los, man weiß nicht, wo man steht“. Womöglich wird sie es auch am Samstag nicht wissen.Wenn die Wetterprognosen zutreffen, drohen die beiden ersten Rennen des WM-Winters auszufallen. Am Samstag, wenn die Frauen starten sollen (10.00/13.00 Uhr), wird es wohl heftig schneien. Beim Rennen der Männer am Sonntag (10.00/13.00 Uhr, je ZDF und Eurosport) wird ein Föhnsturm mit Spitzengeschwindigkeiten von 90 km/h erwartet.

Rebensburg lässt sich einstweilen nicht beirren. „Ich freue mich extrem, dass es wieder losgeht, für mich, in meinem Kopf, ist das Rennen. Ich bin bereit“, betont sie. Zweimal, im vergangenen Jahr sowie 2010, hat sie auf dem Rettenbachferner gewonnen – und kurioserweise fiel beide Male am Tag danach das Rennen der Männer aus. Es käme den deutschen Männern nicht ungelegen, wäre es diesmal genauso. Denn tatsächlich kommt der vorgezogene Start in den WM-Winter für sie zu früh. Mit Schnee waren die Skirennläufer in der Vorbereitung auf den Winter nicht verwöhnt. „Es ist nicht alles so, wie man es sich wünscht, die letzten Wochen waren aufgrund der Schneesituation auf den Gletschern sehr schwierig“, erklärt Männer-Cheftrainer Mathias Berthold. Der von einem Kreuzbandriss genesene Stefan Luitz, sagte, „man konnte nicht so das Gefühl aufbauen, wie man es sich vor einem Rennen wünscht.“ Kurzum: Hundertprozentig in Form ist er nicht. Das gilt nicht zuletzt für Neureuther und Fritz Dopfer. Der beste deutsche Ski-Rennläufer Neureuther hat mit dem linken Knie, in dem im vergangenen November das Kreuzband riss, keine Probleme mehr – seit Sommer bereitet dagegen der Rücken Sorgen. Berthold will deshalb kein Risiko eingehen: „Wir wollen jetzt nicht die Gesundheit vom Felix auf die ganze Saison hin gefährden wegen dem ersten Rennen, deswegen sind wir da vorsichtig.“