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Abfahrts-Gold: Mayer dreht den Favoriten eine lange Nase

Krasnaja Poljana. Mensch Mayer: Kein Bode Miller, kein Aksel Lund Svindal, sondern Geheimfavorit Matthias Mayer aus Österreich durfte am Samstag den Olympia-Triumph in der alpinen Königsdisziplin bejubeln. Mit einem kräftigen Satz sprang der 23-Jährige auf das Siegerpodest und genoss dann mit geschlossenen Augen ergriffen seinen goldenen Moment. dpa

Ein paar Meter weiter schluchzte Mama Mayer tief gerührt in den Armen von Cheftrainer Mathias Berthold. Der Trainer knüpfte nahtlos an seine Spiele von Vancouver an. Damals hatte er als Chef von Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg drei Olympiasiege mitgefeiert.

Nach den medaillenlosen Winterspielen 2010 schlugen Österreichs Skirennfahrer in Sotschi gleich zum Auftakt zu. Und das durch einen Mann, der in 24 Weltcup-Abfahrten noch nie auf dem Podest stand. "Ich habe davon geträumt - jetzt ist der Traum in Erfüllung gegangen", erklärte der Sohn vom Helmut Mayer, dem Super-G-Olympiazweiten 1988. Silber holte Christof Innerhofer (Italien), Bronze der Norweger Kjetil Jansrud.

Abfahrts-Gold für Österreich bei Olympia - gefühlt ist das wie der WM-Titel im Fußball für Deutschland. 17 Mal war das Team zuletzt bei Großereignissen in den Geschwindigkeits-Wettbewerben sieglos geblieben. "Für Österreichs Skiteam ist das gewaltig", erklärte Berthold. "Matthias wird wohl ein paar Tage brauchen, um zu kapieren, was er gemacht hat."