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Handball: Schon ein Jahr ungeschlagen
Flensburg im „besonderen Kreis“

 Ein Jahr lang ungeschlagen: Flensburgs Trainer Maik Machulla (links vorne) freute sich über die Super-Serie von 32 Liga-Siegen in Folge.
Ein Jahr lang ungeschlagen: Flensburgs Trainer Maik Machulla (links vorne) freute sich über die Super-Serie von 32 Liga-Siegen in Folge. FOTO: dpa / Swen Pförtner
Flensburg. SG ist seit einem Jahr in der Handball-Bundesliga ungeschlagen. sid

Maik Machulla spielte den Meilenstein auf der Rekordjagd zunächst als „schöne Randnotiz“ und etwas „für Statistiker und die Geschichtsbücher“ herunter. Aber dann wurde sich der Trainer der SG Flensburg-Handewitt der Bedeutung des Augenblicks doch noch bewusst. „Das ist natürlich Wahnsinn, dass wir in der stärksten Liga der Welt, in der so viele Top-Handballer spielen, so viel Qualität und Mentalität bewiesen haben“, sagte Machulla.

Seit einem Jahr ist der deutsche Meister nach dem 31:22-Erfolg gegen die SG BBM Bietigheim in der Handball-Bundesliga ungeschlagen. Der Niederlage beim SC Magdeburg am 22. März 2018 (23:29) ließen die Flensburger 32 Siege in Serie folgen. Damit reihten sie sich in eine Liste klangvoller Namen ein. Nur Rekordmeister THW Kiel sowie die Altmeister VfL Gummersbach und TV Großwallstadt waren in der Bundesliga zuvor mindestens ein Jahr ohne Niederlage geblieben. „Wir gehören jetzt zu einem besonderen Kreis“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke nicht ohne Stolz: „Wir verdanken die Bilanz im Prinzip zwei Mannschaften: dem Meister-Team und dem aktuellen Kader.“

Die derzeitige Mannschaft träumt von der perfekten Saison. Diese legte Kiel in der Spielzeit 2011/12 mit 68:0 Punkten hin. Flensburg (48:0) fehlen noch zehn Siege. Machulla lehnt solche Gedankenspiele allerdings ab. „Erreicht haben wir in dieser Saison noch nichts“, mahnte er. Kiel (44:6) hat die Hoffnung auf Ausrutscher der SG und den 21. Meistertitel noch nicht aufgegeben. Doch die Flensburger Rekordjäger strotzen vor Selbstvertrauen und wollen ihren bemerkenswerten Lauf fortsetzen. „Wir genießen diese Super-Serie, keine Frage“, sagte der dänische Weltmeister Lasse Svan.



Viel Zeit, den Augenblick auszukosten, bleibt dem zweimaligen deutschen Meister aber nicht. Bereits an diesem Samstag (18 Uhr/Sky) steht das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim weißrussischen Vertreter HC Meschkow Brest auf dem Programm. Vor fünf Jahren hat die SG als bisher letzter deutscher Klub die Königsklasse gewonnen. Für Machulla dürfte aber auch das nur eine „schöne Randnotiz“ sein.