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FCK patzt erneut
Erneut in Nachspielzeit Sieg verschenkt

Der Verzweiflung nahe: Kaiserslauterns Jan Löhmannsröben (re.) kann sich die Ergebniskrise der Lautrer nicht erklären.
Der Verzweiflung nahe: Kaiserslauterns Jan Löhmannsröben (re.) kann sich die Ergebniskrise der Lautrer nicht erklären. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern/Jena. Ratlosigkeit beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern: In der dritten Partie in Folge kassierten die Pfälzer in Jena in der Nachspielzeit einen Gegentreffer. Zum dritten Mal gab es daher nur einen Punkt. Von Mirko Reuther

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wäre die alte Fußball-Weisheit vom 54er Weltmeistertrainer Sepp Herberger wahr, hätte der 1. FC Kaiserslautern in der Dritten Liga sechs Punkte mehr auf dem Konto und stünde auf Relegationsplatz drei. Die direkten Aufstiegsplätze lägen in Schlagdistanz und die Welt in der Pfalz wäre in Ordnung. Die Realität ist aber: Ein Fußballspiel dauert in der Regel mehr als 90 Minuten. Und nachdem die Roten Teufel am Samstag beim 3:3-Unentschieden im Auswärtsspiel bei Carl Zeiss Jena zum dritten Mal in Folge den Ausgleich in der Nachspielzeit schlucken mussten, ist die Welt in der Pfalz alles andere als in Ordnung. Seit sieben Spielen hat der FCK nicht mehr gewonnen. Statt um den Aufstieg zu kämpfen, liegt der Traditionsklub auf Abstiegsplatz 17.

Ein Patentrezept gegen die Ergebniskrise haben die Spieler nicht. Nach der Partie in Jena herrschte allgemeine Ratlosigkeit. „Ich weiß nicht, ob wir verflucht sind, oder was hier gerade nicht stimmt, dass wir jedes Mal in der Nachspielzeit noch so ein Ding fressen. Keine Ahnung, ob das Naivität oder Dummheit ist“, klagte Lauterns defensiver Mittelfeldspieler Jan Löhmannsröben. „Ehrlich gesagt hätten wir heute einen Sieg gebraucht. Aber das sagen wir jede Woche“, haderte auch Doppeltorschütze Elias Huth.

Rund 1500 FCK-Fans hatten ihre Mannschaft nach Jena begleitet und im Ernst-Abbe-Sportfeld erneut für einen ausverkauften Gästeblock gesorgt. Insgesamt 8093 Zuschauer sahen zu Beginn eine Partie auf Augenhöhe. FCK-Stürmer Timmy Thiele, letzte Saison noch für Jena aktiv, prüfte Carl-Zeiss-Torwart Jo Coppens mit einem Schlenzer (13. Minute). Fast im direkten Gegenzug lief Jenas Stürmer Philipp Tietz allein auf das Tor von Wolfgang Hesl zu – doch der FCK-Schlussmann, der wegen der Verletzung von Jan Ole Sievers (Sehnenanriss im Arm) sein Profidebüt gab, reagierte bei Tietzes Schuss glänzend (15.). In der 38. Minute schlugen die Roten Teufel zu. Der Däne Mads Albaek brachte den Ball vom rechten Flügel flach in den Jenaer Strafraum, Christian Kühlwetter hielt die Fußspitze hin – 1:0 für den FCK. Auch Kühlwetter gab sein Profidebüt für die Pfälzer. Er spielte, weil Julius Biada wegen Wadenproblemen passen musste. Lange währte die Freude bei den Gästen aber nicht. Nach einer Jenaer Flanke von der rechten Außenbahn stand Firat Sucsuz am zweiten Pfosten sträflich frei und glich noch vor der Pause aus (44.).



Der zweite Durchgang begann schleppend – nahm nach einer Stunde aber deutlich an Fahrt auf. Zunächst streifte ein Fernschuss von Lauterns eingewechseltem Hendrick Zuck die Latte (69.). Dann tauchte Jenas Manfred Starke nach einem Missverständnis in der Defensive der Pfälzer plötzlich allein vor Hesl auf und traf zum 2:1 für die Gastgeber (77.). Doch der FCK hatte die passende Antwort parat. Zuerst wurde Elias Huth an der Jenaer Strafraumgrenze schön freigespielt, zog Richtung Tor und traf mit einem überlegten Schuss aus elf Metern in die rechte Ecke (82.). Nur sechs Minuten später war der 21-Jährige nach einer Flanke von Linksverteidiger Janek Sternberg erneut zur Stelle und köpfte den Ball zum 3:2 ins Netz. Doch der Fluch der Nachspielzeit traf den FCK erneut. Einen langen Ball der Jenaer köpfte Kevin Pannewitz in den Lauterer Fünfmeterraum, Hesl rauschte am Leder vorbei und Felix Brügmann traf in der 91. Minute per Flugkopfball zum 3:3.

„Du hast manchmal so einen Lauf, den kannst du nicht erklären“, sagte Michael Frontzeck nach der Partie. Dass seine Elf in den Schlussminuten Konsequenz und Konzentration vermissen lasse, wollte der FCK-Trainer nicht bestätigen. „Da geht es nur hoch und weit. Und dann steht einer frei, das ist halt so.“ Seine Mannschaft zeige „unter dem Strich gute Leistungen“, vergesse es aber, sich zu belohnen. „Viel Zeit zum Nachdenken haben wir nicht“, sagte Doppeltorschütze Huth mit Blick auf die Partie am Dienstag um 19 Uhr auswärts beim Vorletzten Eintracht Braunschweig. Im Kellerduell müssen die kriselnden Pfälzer unbedingt punkten, um der wachsenden Unruhe im Umfeld zu begegnen. Und das ohne Lukas Spalvis. Beim litauischen Nationalstürmer wurde am Freitag eine Arthroskopie vorgenommen. Die Diagnose lautet Knorpelschaden im rechten Knie. Der 24-Jährige fällt damit monatelang aus.