| 22:10 Uhr

Lautern klettert nach oben
Hemleins rechter Fuß bringt Entscheidung

Lauterns Christoph Hemlein (li.) erzielte am Samstag den sehenswerten Treffer zum 2:0 seiner Mannschaft gegen den KFC Uerdingen.
Lauterns Christoph Hemlein (li.) erzielte am Samstag den sehenswerten Treffer zum 2:0 seiner Mannschaft gegen den KFC Uerdingen. FOTO: picture alliance/dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der FCK zeigt am Samstag seine beste Saisonleistung, trifft aber lange das Tor nicht. Ein Strafstoß und ein Traumtor bringen die Roten Teufel beim 2:0-Erfolg gegen Uerdingen auf die Siegerstraße. Von Mirko Reuther

Bei der Pressekonferenz nach der Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem KFC Uerdingen schenkte FCK-Trainer Michael Frontzeck seinem Uerdinger Pendant Stefan Krämer am Samstag zuvorkommend den Kaffee in die Tasse. Davor hatten die Roten Teufel in der Drittligapartie aber keine Nettigkeiten für die Gäste parat gehabt. Im Gegenteil: der FCK zeigte seine beste Saisonleistung und rang den als Tabellenzweiten angereisten KFC vor 21 176 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion verdient mit 2:0 (1:0) nieder. „Das war eine runde Angelegenheit gegen eine Mannschaft, die nicht einfach zu besiegen ist. Ich habe heute wenig zu bemängeln, das war über 90 Minuten eine stabile Leistung von uns“, lobte Frontzeck. Die Partie gegen die Krefelder hatte durchaus richtungsweisenden Charakter. Im Falle einer Niederlage wäre Uerdingen dem FCK bereits um elf Punkte enteilt gewesen. Nun halten die Pfälzer bei fünf Punkten Rückstand auf den direkten Aufstiegsplatz zwei (Preußen Münster) sowie ebenfalls fünf auf Relegationsrang drei (KFC Uerdingen) weiter Kontakt zur Spitze.

Nur zu Beginn der Partie war dem FCK der Respekt vor dem fulminant in die Saison gestarteten Aufsteiger, der mit Weltmeister Kevin Großkreutz und zahlreichen ehemaligen Bundesligaprofis wie Stefan Aigner, Christopher Schorch und Dominic Maroh nach Kaiserslautern gereist war, anzumerken. 25 Minuten lang konnte sich keine Mannschaft auf dem Betzenberg gefährlich in Szene setzen. Dann erhöhten die Roten Teufel aber die Schlagzahl. Jan Löhmannsröben passte steil in die Gasse auf Timmy Thiele. Der 27-Jährige visierte aus 20 Metern die rechte Ecke an – aber KFC-Torwart René Vollath parierte den unplatzierten Schuss (26. Minute). Wenige Minuten später ein Déjà-vu: Erneut erkämpfte sich der starke Löhmannsröben im Mittelfeld den Ball, chippte das Leder in den Lauf von Thiele – doch wieder blieb Vollath Sieger (32.). Der FCK präsentierte sich giftig, lauffreudig und ließ dem Tabellenzweiten im Mittelfeld kaum Luft zum Atmen. Das Tor trafen die Pfälzer aber auch in der 33. Minute nicht. Lauterns Mittelfeldmotor Hendrick Zuck ließ ein Zuspiel gekonnt zu Thiele abtropfen – doch dieser vergab aus elf Metern auch seine dritte große Möglichkeit. Frontzeck, der im Vorfeld der Partie die mangelhafte Chancenverwertung kritisiert hatte, spendete seiner Elf von der Außenlinie aufmunternden Applaus – und durfte kurz vor der Halbzeit aufatmen. Thiele ging auf der linken Außenbahn bis zur Grundlinie durch, zog energisch in den Strafraum – und wurde dort von gleich zwei KFC-Verteidigern regelwidrig von den Beinen geholt. Elfmeter für den FCK. Theodor Bergmann schoss den Ball nach rechts – Vollath ahnte die Ecke – doch der präzise Schuss schlug genau neben dem rechten Pfosten im Netz ein. 1:0 für die Roten Teufel. „Eigentlich war Timmy für die Elfmeter eingeteilt. Aber nach dem Foul war er ein bisschen angeschlagen und meinte, ich soll lieber schießen“, erzählte Bergmann. Der 21-Jährige ergänzte: „Klar fängst du an, ein bisschen nachzudenken, wenn du so viele große Chancen vergibst wie wir. Deshalb war es so wichtig, dass wir doch noch mit einer Führung in die Halbzeit gegangen sind.“

Nach dem Seitenwechsel machte der FCK da weiter, wo er im ersten Durchgang aufgehört hatte. Außenverteidiger Dominik Schad flankte vom rechten Flügel ins Zentrum. Christoph Hemlein köpfte knapp links am Tor vorbei (47). Knapp zehn Minuten später machte es der 27-Jährige besser. Nach einer Flanke von Thiele klärte die KFC-Abwehr genau vor die Füße von Hemlein. Der nahm den Ball 22 Meter vor dem Tor mit der Brust an, schoss – und das Leder flog wie ein Strich in den rechten Torgiebel (56.). 2:0 für die Pfälzer. „Ich weiß, dass ich ein bisschen Qualität im rechten Fuß hab – und dann treff’ ich den Ball auch noch ganz gut“, meinte Hemlein nach der Partie mit einem Grinsen im Gesicht. Im Anschluss agierten die Hausherren im Spiel nach vorne nicht mehr so zwingend. Vielleicht wäre die Partie sogar noch einmal spannend geworden, wenn Uerdingens Stefan Aigner in der Schlussphase mit einer seiner beiden Chancen (74./79.) den Anschlusstreffer markiert hätte. So aber blieb es beim verdienten 2:0 der Roten Teufel, die am Mittwoch, 19.30 Uhr, bei Regionalligist FK Pirmasens im Achtelfinale des Südwestpokals antreten.