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Champions League
Nagelsmann will alles gewinnen, tut es aber nicht

Sinsheim. Der Blick verfinsterte sich, die aufgestaute Wut suchte sich ein Ventil – dann brach der Frust aus Julian Nagelsmann heraus. "Weil ich halt gewinnen will! Diese Unentschieden gehen mir voll auf den Sack", schmetterte der Trainer der TSG Hoffenheim nach dem Aus in der Champions League den Kritikern an seinem "Hurra-Stil" entgegen: "Ich will immer gewinnen! sid

Jedes Scheiß-Spiel will ich gewinnen, sogar Darts gegen meinen Analysten. Ich will alles gewinnen!"

Die Tirade Nagelsmanns, bei der er seine Geringschätzung für die kritischen Fragen durch Kopfschütteln zu erkennen gab, änderte allerdings nichts an den Tatsachen. Der 31-Jährige möchte zwar gewinnen, auf internationalem Parkett gelingt ihm das aber so gut wie nie. Das 2:3 (2:2) gegen Schachtjor Donezk war bereits die siebte Niederlage des Fußball-Bundesligisten in insgesamt 13 Europacup-Partien unter Nagelsmanns Regie. Dem stehen fünf Unentschieden und nur ein Sieg gegenüber – vor über einem Jahr in der Europa League gegen Istanbul Basaksehir.

Anstatt in Unterzahl (Adam Szalai flog in der 60. Minute vom Platz) das Spiel zu beruhigen, trieb der Trainer sein Team weiter nach vorne. Am Ende kassierte die TSG in der Nachspielzeit das entscheidende Gegentor durch Taison. Mit einem Unentschieden hätte Hoffenheim den Einzug in die Europa League noch in der eigenen Hand gehabt. Nun muss Donezk gegen Olympique Lyon verlieren, Hoffenheim gleichzeitig bei Manchester City gewinnen.