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Champions League
Hoffenheimer wollen endlich mal besser verteidigen

Sinsheim. 1899 in Champions League heute bei Schachtjor Donezk. sid

Das neueste Video auf seinem Laptop schützte Julian Nagelsmann mit aller Macht. „Welches Team es ist, verrate ich nicht. Nein, ich verrate es nicht“, sagte der Trainer der TSG Hoffenheim hartnäckig. Zuvor hatte Nagelsmann angekündigt, dass er seinen Profis das Abwehrverhalten „eines der größten Teams der Welt“ vorführen wird: „Das soll unser Vorbild sein. Bei denen verdient der Zeugwart mehr als die meisten Spieler bei uns.“

Die Geheimniskrämerei vor dem Champions-League-Spiel am heutigen Dienstag gegen Schachtjor Donezk (21 Uhr/DAZN) dient nur einem Zweck: Der Fußball-Bundesligist will im fünften Anlauf seinen ersten Dreier in der Königsklasse holen. „Das Abenteuer soll noch nicht enden“, sagte Kapitän Kevin Vogt: „Wir wollen den historischen Sieg endlich einfahren.“ Die Ausgangslage vor den abschließenden beiden Spieltagen der Gruppe F ist klar: Hoffenheim (3 Punkte) würde sich mit einem Sieg gegen Donezk (2) den dritten Platz und damit die Teilnahme an der Europa League sichern.

Für den Einzug ins Achtelfinale der Champions League braucht die TSG einen optimalen Verlauf zu ihren Gunsten. Das liegt daran, dass Olympique Lyon (6) den direkten Vergleich gegen die Hoffenheimer gewonnen hat. Deshalb müssen die Kraichgauer auch im letzten Gruppenspiel bei Manchester City (9) etwas holen.



Um die Chance auf ein „Endspiel“ in Manchester zu bekommen, sollten die Hoffenheimer endlich ihre Defensiv-Schwäche in den Griff bekommen. Neun Gegentore in den ersten vier Partien der Königsklasse sind Nagelsmann eindeutig zu viel. „Der maximale Wille zum Erfolg in der Defensive ist nicht bei allen in der Rübe drin. Im Grunde müssen wir nur besser verteidigen. Das ist aber keine Frage der Taktik oder des Trainings – das beginnt zwischen den Ohren“, sagte der Trainer. Nach seiner Ansicht macht die mangelhafte Einstellung zur Abwehrarbeit den Unterschied zu den Topteams aus. „Viel mehr Chancen als wir kann man sich nicht herausspielen“, äußerte der 31-Jährige: „Zwei, drei Tore schießen wir fast immer. Für eine richtige Spitzenmannschaft reicht das – bei uns nicht so oft.“

Immerhin haben die Profis die Kritik angenommen. „Wir müssen den Fokus auf die Defensive richten. Tore schießen können wir. Aber diese vielen Gegentore – das ist unglaublich“, sagte Spielmacher Kerem Demirbay: „Wenn wir gegen Donezk alles daransetzen, ohne Gegentor zu bleiben, dann gewinnen wir auch.“