| 13:44 Uhr

FCK in der Krise
FCK-Trainer Hildmann nach Meppen-Debakel vor dem Aus

 Nach der 1:6-Blamage beim SV Meppen ist das Aus für Trainer Sascha Hildmann beim 1. FC Kaiserslautern scheinbar schon besiegelt.
Nach der 1:6-Blamage beim SV Meppen ist das Aus für Trainer Sascha Hildmann beim 1. FC Kaiserslautern scheinbar schon besiegelt. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der Fußball-Drittligist ist an einem neuen Tiefpunkt. Nach der 1:6-Klatsche ist die Zeit für Sascha Hildmann auf dem Betze wohl abgelaufen. Von Nicolas Reimer und Moritz Kreilinger

(sid/dpa) Die Krise des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern hat nach dem blamablen Auftritt beim SV Meppen einen neuen Tiefpunkt erreicht. Als die geschlagenen Spieler den wütenden Anhängern mit hängenden Köpfen Rede und Antwort standen, fällte ihr angezählter Trainer schon sein vernichtendes Urteil. „Wir haben ohne Kopf gespielt, ohne Zweikampfverhalten. Das war bodenlos“, schimpfte Sascha Hildmann nach dem 1:6 (1:3)-Debakel: „Das tut ganz schön weh, ich muss mich bei den Fans entschuldigen. Das haben sie nicht verdient.“

1500 Unentwegte hatten die knapp 500 Kilometer auf sich genommen in der Hoffnung, beim einst ruhmreichen Drittligisten einen Fortschritt zu erkennen. Verbunden auch mit dem zarten Wunsch, wieder in die vordere Region der Tabelle blicken zu dürfen. Die bittere Realität aber lautet: Der FCK blickt mal wieder in den Abgrund.

„Viele Spieler sind an der eigenen Form vorbeigerauscht, das war richtig schlecht. Ich kann mir das nicht erklären“, sagte Hildmann dem SWR. Auf die Frage, ob er sich nach dem Offenbarungseid seines Teams Sorgen um die eigene Zukunft mache, antwortete der 47-Jährige nur: „Das mach ich mir immer.“ Eine Möglichkeit zur Wiedergutmachung dürfte der Trainer kaum bekommen. Als Kaiserslautern im November letzten Jahres eine 0:5-Niederlage in Unterhaching kassierte, musste Hildmanns Vorgänger Michael Frontzeck gehen. Dieses Schicksal scheint nun auch den gebürtigen Kaiserslauterer zu erwischen, dem es in knapp zehn Monaten nicht gelungen ist, die Mannschaft voranzubringen. Der Aufstiegsaspirant konnte nur zwei der ersten acht Spiele für sich entscheiden. Sport-Geschäftsführer Martin Bader wollte sich zur Trainerfrage nicht äußern. Nach Info des Fachmagazins kicker ist die Trennung von Hildmann beschlossene Sache, sie soll aber erst am Montag vollzogen werden. Noch nicht klar ist, ob eine Nachfolgeregelung schon bis zum Spiel am Samstag gegen Magdeburg getroffen ist. Weil auch Co-Trainer Alexander Bugera vor der Freistellung steht, könnte U21-Trainer Hans Werner Moser als Interimslösung einspringen. Sportdirektor Boris Notzon flüchtete sich in die üblichen Phrasen. „Jetzt heißt es, das erst einmal sacken lassen, analysieren und alles in Ruhe besprechen“, sagte Notzon, der „keinen Führungsspieler“ erkannt hatte, der sich energisch gegen die Klatsche stemmte.



Tatsächlich war es besorgniserregend, wie wehrlos sich die Roten Teufel ihrem Schicksal ergaben. Die 90 Minuten im Emsland verdeutlichten deshalb auch, dass der FCK auf dem angestrebten Weg zurück in die 2. Liga nicht vorankommt. Die völlig indisponierte Leistung in der Defensive machte es unmöglich, Punkte aus Meppen mitzunehmen. Die Gastgeber waren vor 8686 Zuschauern klar überlegen. Valdet Rama (3. /Handelfmeter), Hassan Amin (19.), Luka Tankulic (26.), Markus Ballmert (52.), erneut Rama (66./FE) und Florian Egerer (81.) trafen. Florian Pick (11.) erzielte den einzigen Treffer der Lauterer.

Seitdem Hildmann in der Pfalz das Kommando gibt (6. Dezember 2018), hat Kaiserslautern noch keine zwei Siege nacheinander gefeiert. Mal geht es einen Schritt vor, dann wieder einen zurück – oder zwei. Auch deshalb ist der Abstand zu den Aufstiegsrängen bereits eklatant, während die Abstiegsränge nur ein Pünktchen entfernt sind.

Und die Äußerungen der Beteiligten machten nicht unbedingt Mut auf schönere Zeiten. „Wir hätte auch acht oder neun kriegen können“, sagte Torhüter Lennart Grill – der eine zweistellige Pleite verhinderte. Die Probleme der Lauterer werden sich jedoch kaum nur mit einem weiteren Trainerwechsel erübrigen. Die gesamte sportliche Führung des Fritz-Walter-Clubs dürfte hinterfragt werden. Für Sportchef Bader, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft, dürften sich die Tage in der Pfalz dem Ende neigen. Dem FCK steht auf dem nächsten Tiefpunkt erneut ein Umbruch bevor.