| 21:31 Uhr

1. FC Kaiserslautern
Härtetest für die Roten Teufel

  Der 1. FC Kaiserslautern um Timmy Thiele (l.) und Philipp Hercher hat seine letzten drei Spiele gewonnen.
Der 1. FC Kaiserslautern um Timmy Thiele (l.) und Philipp Hercher hat seine letzten drei Spiele gewonnen. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern . Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern empfängt am Samstag mit dem Tabellenzweiten Halle die beste Defensive der Liga. Von Mirko Reuther

Nach drei Siegen in Folge hat sich die Stimmung beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern deutlich aufgehellt. Dafür sorgen nicht nur die nackten Ergebnisse der Pfälzer – auch die ansprechenden Auftritte der Roten Teufel auf dem Rasen fanden zuletzt viel Anklang. Die Handschrift von Trainer Boris Schommers – so der Tenor im Verein – sei immer deutlicher zu erkennen. Der neue Coach – in den ersten Wochen nach seinem Amtsantritt noch kritisch beäugt – erhielt auf der Mitgliederversammlung des 1. FCK am letzten Sonntag großen Applaus der Anhänger.

Am Samstag (14.30 Uhr) wird der sportliche Aufschwung der Pfälzer allerdings auf eine harte Probe gestellt. Gelangen die jüngsten Erfolge gegen Viktoria Köln (Platz 15), den KFC Uerdingen (12.) und Hansa Rostock (8.) gegen Teams, die sich im Tabellenmittelfeld wiederfinden, kommt mit dem Tabellenzweiten Hallescher FC ein Schwergewicht ins Fritz-Walter-Stadion. Die Mannschaft von der Saale in Sachsen Anhalt stellt mit nur 15 Gegentoren die stärkste Defensive der Liga. „Halle verteidigt sehr gut, lässt nur ganz wenig zu, wir müssen einen Plan finden, da durchzukommen. Aber ohne ihnen dabei in die Karten zu spielen. Wir müssen höllisch aufpassen“, fordert Schommers.

Auch die Abwehr seines FCK, die zu Saisonbeginn noch arg gescholten wurde, erwies sich zuletzt als sattelfest. Zumindest bis in die Schlussphase der Partie bei Viktoria Köln. 253 Minuten lang war Kaiserslautern bis dahin in der Liga ohne Gegentor geblieben. Dann klingelte es im Tor der Pfälzer zwei Mal binnen Minuten. Fast hätten die Roten Teufel so noch eine 3:0-Führung verspielt. „Ich habe den Jungs gesagt, dass ich mit dem Defensivverhalten am Schluss in keinster Weise zufrieden war. Dass es nochmal spannend wurde, war vollkommen unnötig. Wir haben die Aggressivität, die uns in der ersten Halbzeit ausgezeichnet hat, nicht mehr auf den Platz gebracht“, moniert Schommers.



Der eingewechselte Simon Skarlatidis rettete den FCK gegen Köln mit einem Traumtor aus rund 30 Metern zum 4:2-Endstand. Skarlatidis ist am Samstag ein Kandidat für die Startelf. Denn Christian Kühlwetter muss aufgrund seiner fünften Gelben Karte passen, ist zudem erkrankt. Neben dem Ausfall von „Mentalitätsmonster“ (Schommers) Kühlwetter steht auch noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Carlo Sickinger. Das Fehlen des seit Wochen starken Kapitäns, der sich eine Prellung am Fuß zugezogen hat, wäre für den FCK ein herber Schlag.

Ein konkretes Ziel, wie viele Punkte seine Mannschaft in den verbleibenden drei Spielen bis zur Winterpause noch einfahren muss, will Schommers nicht vorgeben. „Die Basis für alles ist die Stabilität. Die wollen wir bis zum Winter durchhalten“, erklärt der 40-Jährige eher vage.

Neben dem sportlichen Erfolg freut er sich auch darüber, dass mit dem neuen Aufsichtsrat um Markus Merk und dem neuen Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt „jetzt wieder alle Gremien im Verein besetzt sind.“ Nach einem ersten Gespräch mit Voigt, der neben dem wirtschaftlichen zunächst auch für den sportlichen Bereich zuständig ist, glaubt Schommers „dass wir eine gute und ehrliche Zusammenarbeit haben werden.“ Als Einstieg für eine fruchtbare Zusammenarbeit könnte ein Sieg am Samstag im Härtetest gegen ein Liga-Schwergewicht nicht schaden.