| 22:37 Uhr

Leserbrief
Wie krank muss Gesellschaft sein?

Junge erschießt Schwester

Beim Lesen des kurzen Artikels kam mir als fast 70-jährigen meine Sterblichkeit spontan als Gnade vor. Ich möchte nicht als noch älterer und eventuell bedürftiger Mensch in einer Welt leben, die von solchen Monstern (mit)gestaltet wird.

Ein neunjähriger Bub greift sich die Waffe aus dem Nachttisch der Eltern und erschießt seine dreizehnjährige Schwester. Er schießt ihr von hinten in den Kopf – Hinrichtung? Nur weil sie den Controler des Computerspieles nicht rausrücken wollte? Wie krank muss eine Gesellschaft sein, die den Nährboden für solche Untaten hergibt?

Ach, ich vergaß über mein Erschrecken: Es war ja nur eine kleine Meldung auf der Panoramaseite des Merkurs aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Na denn... (Ein Trost ist das allerdings nicht.)



Rolf D. H. Klein, Zweibrücken