| 00:24 Uhr

Trotz guter Konjunktur
Viele Rheinland-Pfälzer nur befristet eingestellt

Düsseldorf. In Rheinland-Pfalz haben Arbeitnehmer, die eine neue Stelle antreten, viel häufiger einen befristeten Arbeitsvertrag als in den meisten anderen Bundesländern.

Trotz der guten Konjunktur werden rund 40 Prozent der neu eingestellten Arbeitnehmer in Deutschland befristet eingestellt. Von den Befristungen waren im vergangenen Jahr besonders junge Menschen und Frauen betroffen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Fast jeder zweite Arbeitsvertrag von Menschen unter 25 Jahren (46 Prozent) und Frauen (45 Prozent) war demnach befristet. Bei über 25-Jährigen lag die Quote bei rund 40 Prozent, bei Männern bei 37 Prozent.

Die höchsten Befristungsquoten gab es im Ländervergleich in Nordrhein-Westfalen sowie in Rheinland-Pfalz und Saarland mit 52 Prozent. Die niedrigste Quote hatten Schleswig-Holstein und Hamburg mit 26 Prozent.

Von den insgesamt 3,5 Millionen Neueinstellungen im vergangenen Jahr waren 1,5 Millionen (41 Prozent) befristet. In den neuen Bundesländern waren dies 38 Prozent, in den alten Bundesländern 42 Prozent. Der Anteil der befristeten Stellen hat in den vergangen Jahren stark geschwankt: Im Jahr 2016 lag die Quote bei 45 Prozent, im Jahr 2015 bei 41 Prozent, im Jahr 2009 waren es 52 Prozent.



Weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer mit einem Zeitvertrag, werden nach Angaben der Bundesregierung später übernommen. Die innerbetriebliche Übernahmequote liegt demnach bei 42 Prozent, hieß es in der Antwort der Bundesregierung.

Auch nimmt die Zahl der Teilzeitstellen bei neuen Arbeitsverhältnissen zu. Im Jahr 2002 waren es noch 23 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Im vergangenen Jahr waren es bereits 34 Prozent.

Gerade jungen Menschen und Frauen werde eine planbare, sichere Zukunft verwehrt, kritisierte die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, Susanne Ferschl, in Berlin. „Es ist höchste Zeit, Befristungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren und sachgrundlose Befristungen ganz zu verbieten“, sagte Ferschl.

Derweil geht die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz weiter zurück. Im August waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit rund 99 000 Menschen in dem Bundesland arbeitslos gemeldet. Das waren 2,6 Prozent weniger als im Juli und 6,7 Prozent weniger ein Jahr zuvor. Damit fiel die Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent im Juli 2018 auf 4,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,8 Prozent gelegen.