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Verspätungen und Zugausfälle
Verkehrsminister macht Druck auf Deutsche Bahn

Berlin. Rund um Weihnachten werden die Züge voll sein. Und es drohen wieder einmal Verspätungen. Auch sonst steckt die Bahn in der Krise. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert eine schnelle Trendwende im neuen Jahr.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Deutsche Bahn angesichts vieler Probleme zu schnellen Verbesserungen für die Fahrgäste aufgefordert. „Wir brauchen eine Bürgerbahn, die den Namen verdient – nämlich, dass wir pünktlicher werden, dass wir besseren Service anbieten“, sagte Scheuer. Die Qualität beim Bahnfahren müsse im neuen Jahr schnellstens wieder steigen. Es gebe Zeitdruck.

Der bundeseigene Konzern hat Probleme mit Verspätungen seiner Züge bislang nicht in den Griff bekommen. Vor allem an großen Knotenpunkten gibt es Engpässe. Daneben plagen Probleme mit der Technik die Bahn.

„Das System Schiene ist an die Grenzen gekommen“, sagte Scheuer. „Wir haben hohe Investitionen, große Baustellen, die zu Störungen führen. Wir müssen das besser koordinieren.“ Dazu gehöre auch ein besseres Baustellen-Management.



„Nach den Vorschlägen und dem Konzept vom November will ich im Januar von der DB hören, wie wir zügig zu merklichen Verbesserungen früh in 2019 kommen“, sagte der CSU-Politiker. Auf die Frage, ob er noch Vertrauen in die Bahn-Führung habe, meinte er: „Mir wurde glaubwürdig ein Konzept vorgelegt, mit dem man intensiv für Verbesserungen sorgen will. Hier schnellstens zu Ergebnissen zu kommen, darauf liegt nachdrücklich mein Blick.“ Es gebe glücklicherweise einen „Run“ auf die Bahn. „Nun müssen konkrete Ergebnisse schnell dazu führen, dass die Leute sagen: Es hat sich verbessert.“

Erforderlich seien erhebliche Investitionen in digitale Stellwerks- und Steuerungstechnik: „Wir müssen es vermeiden, dass Störungen auf bestimmten Korridoren zahlreiche weitere Störungen im gesamten Netz auslösen.“ Außerdem müsse es ein besseres Management bei den Wartungen geben, damit die ICE, aber auch Güterwaggons schneller wieder fehlerlos in den Betrieb kommen.

Der Verkehrsminister ging auch auf mögliche zusätzliche Milliarden des Bundes für die Deutsche Bahn ein. „Ja, es gibt eine Finanzdebatte. Aber ich will erst Verbesserungen sehen. Und dann diskutieren wir, wie man die finanzielle Basis so gestaltet, dass die weitreichenden Aufgaben besser abgebildet werden.“

Die Bahn will nach früheren Aussagen aus eigenen Mitteln in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro zusätzlich in Züge und Schienennetz investieren. Vier Milliarden Euro davon sind noch nicht finanziert, wie in Kreisen des Kontrollgremiums zu hören war. Bahnchef Richard Lutz solle dem Aufsichtsrat im März erklären, wie er das Geld beschaffen wolle, hieß es.