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Vatikanischer Spitzen-Diplomat Pio Laghi tot

Rom. Kardinal Pio Laghi, Vatikan-Diplomat für besonders heikle Missionen wie den Irak-Krieg und den Konflikt zwischen Argentinien und Chile 1978, ist tot. Nach längerer Krankheit starb der 86-Jährige am Samstag in einem Krankenhaus in Rom, wie der Vatikan gestern mitteilte. Laghi war unter anderem Nuntius in den USA. Im Jahr 2003 überbrachte er im Namen von Papst Johannes Paul II

Rom. Kardinal Pio Laghi, Vatikan-Diplomat für besonders heikle Missionen wie den Irak-Krieg und den Konflikt zwischen Argentinien und Chile 1978, ist tot. Nach längerer Krankheit starb der 86-Jährige am Samstag in einem Krankenhaus in Rom, wie der Vatikan gestern mitteilte. Laghi war unter anderem Nuntius in den USA. Im Jahr 2003 überbrachte er im Namen von Papst Johannes Paul II. dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush einen Brief, um den drohenden militärischen Angriff auf den Irak noch zu verhindern - vergeblich. Erfolgreicher war dagegen seine diplomatische Vermittlung 1978. Ein Krieg zwischen den beiden überwiegend katholischen Ländern Chile und Argentinien wegen des Streits um Inseln im Beagle-Kanal konnte doch noch abgewendet werden. Allerdings wurde Laghi vorgehalten, in seiner Zeit als Nuntius in Buenos Aires (1974-1980) zu Verbrechen der damaligen Militärjunta geschwiegen zu haben. In den 1980er Jahren war Laghi als Gesandter des Papstes in Washington tätig. Laghi stammte aus Castiglione di Forli. Seine Vatikan-Karriere begann 1952 mit einer Aufgabe in Nicaragua. Später arbeitete er für den Heiligen Stuhl unter anderem in Indien, Jerusalem und Argentinien, bevor er 1980 nach Washington entsandt wurde. Nach seiner Rückkehr nach Rom arbeitete er als Präfekt der vatikanischen Kongregation für die katholische Erziehung. dpa