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Dutzende Tote
US-Angriff auf regierungstreue Truppen in Syrien

Damaskus. Bei einem der seltenen Angriffe der US-Armee auf regierungstreue Truppen in Syrien sind Dutzende Kämpfer ums Leben gekommen. Das US-Militär schätzte die Zahl der Toten im Osten des Bürgerkriegslandes auf mehr als 100, wie der Sender CNN gestern berichtete. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete mindestens 45 getötete Regierungskräfte. Die Anti-IS-Koalition griff nach eigenen Angaben mit Verbündeten aus der Luft und mit Artillerie an.

Das Bündnis sprach von Selbstverteidigung. Die Regierungsanhänger hätten in der Provinz Dair as-Saurdas das Gebiet um ein Hauptquartier der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die eng mit Washington verbündet sind, mit Panzer und Artillerie angegriffen. Dort hätten sich zu diesem Zeitpunkt auch Soldaten des Anti-IS-Bündnisses aufgehalten.

Syrien sprach hingegen von einer „Aggression“ zur Terrorunterstützung. Mehr als 150 regierungstreue Kämpfer seien getötet oder verletzt worden. „Es ist so klar, dass es in Syrien nie Ziel der US-geführten Koalition war, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, sondern Syrien“, twitterte der regierungstreue syrische Abgeordnete Faris Schihabi.

Die USA gehören zwar zu den Gegnern von Syriens Machthaber Baschar al-Assad, vertreten aber eigentlich die Linie, sich aus dem Bürgerkrieg herauszuhalten. An der Spitze der internationalen Koalition bekämpfen sie nur die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).



Derweil nannte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Assad erneut einen „Mörder“ und schloss Gespräche mit ihm aus. „Was sollen wir mit einem Mörder reden, der eine Million seiner Bürger getötet hat“, sagte er in Ankara.