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Nordkorea-Gipfel
Trump hat kalte Füße bekommen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Letztlich ist es eine Lektion in Sachen Realpolitik für Donald Trump. Auf den letzten Metern vor seinem historischen Gipfel mit Kim Jong Un hat er lernen müssen, dass sich manche Konstanten nicht so schnell ändern, auch wenn er in dem für ihn so typischen Superlativ das Gegenteil verspricht. Von Frank Herrmann

Trump, der selbsternannte Meister des Verhandlungspokers, wollte als derjenige US-Präsident in die Annalen eingehen, der das nordkoreanische Atomprogramm ein für alle Mal begraben würde. Durch Willensstärke und Geschick. Als sich abzeichnete, dass die Realität nicht Schritt hielt mit den Vorschusslorbeeren, hat Trump kalte Füße bekommen. Die Absage des Gipfels mit feindseliger Rhetorik Pjöngjangs zu begründen, wie er es in einem Brief an Kim tat, geht am Kern der Sache vorbei. Relevanter ist: Nachdem er die Erwartungen in schwindelerregende Höhen getrieben hatte, konnte sich Trump kein Treffen leisten, das nicht mit dem von ihm selber beschworenen Durchbruch endet.