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US-Präsident trifft neuen Obersten Richter
Trump entschuldigt sich bei Kavanaugh für erlittenes „Leid“

Washington. Nach der Kontroverse um die Berufung des neuen obersten Richters Brett Kavanaugh hat sich US-Präsident Donald Trump bei seinem Wunschkandidaten entschuldigt. afp

„Im Namen unserer Nation möchte ich mich bei Brett und der gesamten Kavanaugh-Familie für den furchtbaren Schmerz und das furchtbare Leid entschuldigen, das sie durchstehen mussten“, sagte Trump gestern bei der Vereidigungszeremonie im Weißen Haus.

Der erzkonservative Richter sagte, der Bestätigungsprozess im US-Senat sei „kontrovers und emotional“ gewesen. „Dieser Prozess ist beendet.“ Er nehme das Amt mit „Dankbarkeit und ohne Verbitterung“ an. Kavanaugh versprach, als Richter am obersten US-Gericht ein „Mannschaftsspieler“ zu sein. „Der Oberste Gerichtshof ist ein Neuner-Team. Ich bin immer ein Mannschaftsspieler gewesen.“ Der 53-jährige Yale-Absolvent ist fortan Richter auf Lebenszeit am Supreme Court.

Kavanaugh war am Samstag trotz der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs mit knapper Mehrheit im US-Senat bestätigt worden. Um die Personalie hatte es eine erbitterte Kontroverse gegeben. Das Nominierungsverfahren des wegen seiner erzkonservativen Ansichten ohnehin umstrittenen Richterkandidaten im Senat hatte sich hingezogen, nachdem drei Frauen Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben hatten.



Kavanaugh wurde bereits am Samstag offiziell vereidigt. Trump hielt nun aber im Weißen Haus eine erneute Vereidigungszeremonie für den neuen Obersten Richter ab. Die Demokraten bezeichnete der US-Präsident als „böse“, die Vorwürfe tat Trump als „Scherz“ ab.