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Sechs Festnahmen
Rechtsextreme in Chemnitz unter Terrorverdacht

Bundesjustiz­ministerin
Katarina Barley.
Bundesjustiz­ministerin Katarina Barley. FOTO: dpa / Kay Nietfeld
Karlsruhe/Chemnitz. Sie sollen bewaffnete Angriffe auf Ausländer und Andersdenkende geplant und im sächsischen Chemnitz bereits zugeschlagen haben. Nun sind sechs Rechtsextreme festgenommen worden. Es besteht laut Bundesanwaltschaft Terrorverdacht.

Zwei Tage vor dem Tag der Deutschen Einheit hat die Bundesanwaltschaft in Sachsen und Bayern sechs Männer wegen des Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Den Ermittlungen zufolge sollen sie für den 3. Oktober ein in seinen Einzelheiten noch nicht näher aufgeklärtes Geschehen geplant haben. Wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte, wurden zudem mehrere Wohnungen sowie weitere Räumlichkeiten in Sachsen durchsucht. An dem Einsatz seien insgesamt über 100 Beamte der sächsischen Polizei beteiligt.

Die sechs festgenommenen Deutschen sind den Angaben zufolge unter anderem dringend verdächtig, mit dem 31-jährigen Christian K. eine rechtsterroristische Vereinigung namens „Revolution Chemnitz“ gegründet zu haben. Christian K., der als zentrale Führungsfigur gilt, war am 14. September wegen besonders schweren Landfriedensbruchs festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft.

Nach den bisherigen Erkenntnissen gehören die Beschuldigten der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz an und sollen sich als führende Personen in der rechtsextremistischen Szene Sachsens verstanden haben. Spätestens am 11. September haben sie sich den Ermittlungen zufolge zu der Gruppierung „Revolution Chemnitz“ zusammengeschlossen.



Die Männer wollten laut den Ermittlungen mit Gewalt gegen den Rechtsstaat kämpfen. Sie sollen bewaffnete Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende geplant haben. „Zu den politisch Andersdenkenden zählen die Beschuldigten den Erkenntnissen zufolge auch Vertreter des politischen Parteienspektrums und Angehörige des gesellschaftlichen Establishments“, so die Bundesanwaltschaft.

Die Beschuldigten sollen sich bereits um halbautomatische Schusswaffen bemüht haben. Fünf von ihnen sollen am 14. September mit Glasflaschen, Quarzhandschuhen und einem Elektroimpulsgerät mit weiteren gewaltbereiten Rechtsextremen auf der Schlossteichinsel in Chemnitz mehrere Ausländer angegriffen und verletzt haben. Ein Opfer wurde durch den Wurf einer Glasflasche am Hinterkopf verletzt. Der Übergriff sollte den Ermittlungen zufolge ein „Probelauf“ für ein von den Beschuldigten für den 3. Oktober 2018 geplantes, in seinen Einzelheiten aber noch nicht näher aufgeklärtes Geschehen sein.

Bundesjustizministerin Katarina Barley warnte vor einer Bedrohung von rechts. „Von rechtem Terror geht reale und große Gefahr aus“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.