| 22:54 Uhr

Anschlag in Quetta
Terror überschattet Wahl in Pakistan

Soldaten bewachten die Wahllokale in Pakistan. Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Wähler erhöhen.
Soldaten bewachten die Wahllokale in Pakistan. Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Wähler erhöhen. FOTO: dpa / K.M. Chaudary
Islamabad. Überschattet von einem schweren Terroranschlag im Südwesten des Landes haben Millionen Pakistaner gestern ein neues Parlament gewählt. Letzte Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif und der Tehreek-e Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit/PTI) des ehemaligen Kricket-Stars Imran Khan voraus.

Da Wahlforschern zufolge aber keine Partei auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen dürfte, könnte der südasiatischen Atommacht eine Hängepartie bei der Regierungsbildung bevorstehen.

Die Wahl fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt, mehr als 450 000 Polizisten und 370 000 Militärs sicherten die Stimmabgabe. Zur Beteiligung machte die Wahlkommission zunächst keine Angaben. Bei der Wahl vor fünf Jahren lag sie bei 55 Prozent.

Bei dem Selbstmordanschlag am Wahltag kamen in der Stadt Quetta mindestens 31 Menschen ums Leben. Unter den Opfern seien auch Kinder und Polizisten, sagte Mohamed Jafar vom Civil Hospital in Quetta. Mindestens 35 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag über ihren Propagandakanal Amaq für sich. Zwei weitere Personen starben im Nordwesten des Landes bei Zusammenstößen von unterschiedlichen Parteianhängern.



Die Soldaten bewachten die Wahllokale erstmals nicht nur vor den Eingängen, sondern wurden auch in den Stimmabgabezentren selbst eingesetzt. Die Maßnahme sollte das Sicherheitsgefühl der Wähler erhöhen.