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Studie
Die Bevölkerung in Deutschland wächst

 In Deutschland leben laut einer Studie so viele Menschen wie noch nie – vor allem deshalb, weil das Land attraktiv für Zuwanderer ist.
In Deutschland leben laut einer Studie so viele Menschen wie noch nie – vor allem deshalb, weil das Land attraktiv für Zuwanderer ist. FOTO: rcfotostock - Fotolia
Berlin. Die regionalen Unterschiede sind allerdings groß: So gibt es in Rheinland-Pfalz und im Saarland einen Einwohnerschwund. Von Stefan Vetter

(vet) Durch Zuwanderung und mehr Geburten ist die Einwohnerzahl in Deutschland entgegen früheren Voraussagen auf eine neue Rekordmarke von rund 83 Millionen geklettert. Fällt der demografische Wandel damit aus? Wohl kaum. Nach einer Untersuchung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung profitieren längst nicht alle Regionen gleichermaßen.

Auch in den nächsten beiden Jahrzehnten wird die Einwohnerzahl kaum schrumpfen. Allein schon deshalb, weil Deutschland für Migranten ein Magnet bleiben dürfte. Das Zuwanderungsplus pro Jahr könnte sich auf 260 000 Personen im Schnitt einpendeln. „Allerdings verschärfen sich die regionalen Verwerfungen zwischen den prosperierenden Großstädten und den entlegenen, strukturschwachen Regionen“, erklärte der Direktor des Berlin-Instituts, Reiner Klingholz, am Freitag bei der Vorstellung der Studie.

In allen fünf ostdeutschen Flächenländern wird die Bevölkerung demnach bis 2035 schrumpfen – am stärksten in Sachsen-Anhalt mit fast 16 Prozent. Dagegen wird für Berlin ein Zuwachs um elf Prozent erwartet. In Westdeutschland ist das Bild ebenfalls zweigeteilt, aber weniger extrem. Auch in Hamburg ist mit einem Bevölkerungsplus von elf Prozent zu rechnen. Baden-Württemberg, Bayern und Bremen könnten um vier Prozent zulegen. Ähnlich sieht es in Hessen aus. Für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein erwarten die Experten dagegen einen leichten Rückgang um bis zu drei Prozent. Für das Saarland wird gar mit einem Schwund von 8,5 Prozent gerechnet.



Um die „Zukunftsfähigkeit“ der Regionen vergleichbar zu bewerten, haben die Forscher die 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland anhand von Kriterien wie Wirtschaftsstärke, Bildungsmöglichkeiten und Familienfreundlichkeit untersucht. Spitzenreiter sind München, Heidelberg, Erlangen, Ulm. Schlusslichter sind Dithmarschen, Pirmasens und Gelsenkirchen.