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Treffen in La Malbaie
Streit mit Trump überschattet G7-Gipfel in Kanada

La Malbaie. Der Gipfel der sieben großen Wirtschaftsmächte hat mit einem offenen Streit der G7-Partner mit US-Präsident Donald Trump begonnen.

Seine Forderung nach einer Wiederaufnahme Russlands in die Gruppe lehnte Kanzlerin Angela Merkel entschieden ab. Deutschland, Frankreich, Italien und die Vertreter der EU seien sich einig, dass es eine Rückkehr Russlands in die G7-Runde nur bei „substanziellen Fortschritten“ mit Blick auf die Probleme mit der Ukrai­ne geben könne, sagte Merkel. „Das war die gemeinsame Meinung.“ Russland war wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 ausgeschlossen worden.

Mehr als 40 Jahre nach ihrer Gründung droht der Wertegemeinschaft damit auf ihrem Gipfel bis zum heutigen Samstag im ostkanadischen La Malbaie nahe Québec die Spaltung. Ohnehin ist das Treffen der Staats- und Regierungschef überschattet von massiven Differenzen der Europäer mit Trump über US-Strafzölle, seinen Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzvertrag und aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran.

Im Widerspruch zu den meisten G7-Partnern hatte Trump zuvor mit dem Vorschlag überrascht, Russland wieder in den Kreis aufzunehmen und den illustren Club erneut zur G8 zu machen. Die Aufgabe sei es, die Welt zu organisieren, und dazu werde Russland gebraucht. Aber auch die EU schien in dieser Frage nicht einig. Italiens neuer Regierungschef Giuseppe Conte reagierte spontan positiv auf Trumps Vorschlag, auch wenn Merkel später sagte, er teile den Widerstand der EU-Spitze. Nach ihrem Schlagabtausch über Handel und andere Fragen trafen sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Trump zu einem Zweiergespräch. Er werde versuchen, Trump zu überzeugen, sagte Macron.



Wegen der Kontroversen wird es diesmal wohl keine gemeinsame Abschlusserklärung der G7 geben. Vor dem Hintergrund der Streitigkeiten will US-Präsident Trump das Treffen vorzeitig verlassen.