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Viele Neueintritte
SPD stoppt Mitgliederrückgang trotz Wahlschlappe

 Für die sechs großen Parteien gab es 2017 verschiedene Entwicklungen bei den Mitgliederzahlen in Rheinland-Pfalz.
Für die sechs großen Parteien gab es 2017 verschiedene Entwicklungen bei den Mitgliederzahlen in Rheinland-Pfalz. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Mainz. Die CDU verliert zwar in Rheinland-Pfalz weiter, hat im Land aber insgesamt noch die Nase vorne.

Der rheinland-pfälzische Landesverband der SPD hat den Abwärtstrend bei der Mitgliederzahl dank zahlreicher Neueintritte im vergangenen Jahr 2017 gestoppt. Die CDU registrierte unter dem Strich dagegen einen leichten Mitgliederschwund, bleibt aber die mitgliederstärkste Partei im Land. Bei der FDP, den Grünen und der AfD ging es mit der Zahl der Mitglieder nach oben, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die aktuellen Zahlen der Linken liegen nicht vor.

Die Partei mit den meisten Mitgliedern in Rheinland-Pfalz ist weiter die CDU – die Christdemokraten zählten im Dezember vergangenen Jahres ganze 39 965 Mitglieder. „Mit rund 40 000 Mitgliedern bleibt die Union damit die mitgliederstärkste Partei in Rheinland-Pfalz“, teilte Sprecher Tobias Diehm mit. Im Dezember 2016 lag die CDU noch über der Marke von 40 000: Sie hatte damals 40 854 registrierte Anhänger. Die Junge Union bleibt nach Diehms Aussagen auch weiter die größte politische Jugendorganisation im Land.

Die SPD legte – unter anderem mit Martin Schulz als Kanzlerkandidat – im vergangenen Jahr bei den Neueintritten deutlich zu. Fast 2000 neue Parteieintritte habe es gegeben, berichtete SPD-Generalsekretär Daniel Stich. Das brachte „ein dickes Plus“ bei der Zahl junger Mitglieder. Unter dem Strich blieb die Mitgliederzahl aufgrund von Todesfällen, Umzügen und Austritten aber dennoch nur stabil: Die SPD zählte zum Jahreswechsel rund 36 300 Mitglieder – so viele wie ein Jahr zuvor. „Auf die positive Mitgliederentwicklung wollen wir jetzt aufbauen“, erklärte Stich und verwies auf eine Online-Mitgliederkampagne.



Die FDP wuchs um fast zehn Prozent: Sie zählte zum Jahreswechsel 4402 Mitglieder, nachdem es ein Jahr zuvor 4003 waren. Im vergangenen Jahr seien 588 neue Mitglieder hinzugekommen, berichtete Sprecher Hermann Wiest. Dem standen 128 Austritte und 61 Todesfälle gegenüber. Im Jahr 2016 hatte die FDP bei der Mitgliederzahl leicht eingebüßt.

Auch die Grünen fuhren wieder ein Plus ein. Im Dezember zählte die Partei nach vorläufiger Rechnung 3086 Mitglieder. Ein Jahr vorher waren es 3055 registrierte Anhänger.

Die AfD gewann deutlich hinzu: Sie hatte nach Angaben von Landes­chef Uwe Junge zum Jahreswechsel fast 2000 Mitglieder nach rund 1600 Mitgliedern ein Jahr zuvor.

Die Linke hatte im Dezember 2016 genau 1584 Mitglieder in Rheinland-Pfalz. Die Zahlen zum vergangenen Jahr liegen bisher noch nicht vor.

(dpa)