| 22:12 Uhr

Situation unverändert schlecht
Sorge um Kardinal Lehmann: Gesundheitszustand weiter kritisch

Kardinal Karl Lehmann geht es nicht gut.
Kardinal Karl Lehmann geht es nicht gut. FOTO: Fredrik von Erichsen / dpa
Mainz. Nach einem Schlaganfall des einstigen Oberhirten des Bistums Mainz bangen viele Christen — und zwar nicht nur katholische — um sein Leben.

Der Gesundheitszustand des früheren Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann, ist nach Angaben des Bistums Mainz weiter kritisch. Die Situation sei unverändert, sagte gestern ein Sprecher. Lehmann hatte im vergangenen September einen Schlaganfall mit Hirnblutung erlitten. Nach einem Krankenhausaufenthalt ist der 81-Jährige dem Bistum zufolge seit Dezember zuhause und wird dort von Ordensschwestern und Pflegekräften versorgt. Sein Zustand hatte sich laut Bischof Peter Kohlgraf zuletzt allerdings deutlich verschlechtert, so dass er um das Leben seines Vorgängers bangt.

Das Mainzer Bistum geht davon aus, dass der Gesundheitszustand des Kardinals auch bei Gottesdiensten und Fürbitten in den Pfarreien angesprochen wird. Lehmann ist auch nach seinem Rücktritt als Bischof im Jahr 2016 im Bistum weiter sehr beliebt. Bischof Kohlgraf hatte die Gläubigen am Montag zu Gebeten für Lehmann aufgerufen. Er dankte dafür, dass der Kardinal vom Bistum als große Gebetsgemeinschaft begleitet werde.

Im Internet zeigten viele Christen ihre Anteilnahme. Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sorgt sich um Kardinal Lehmann: „Wir schließen ihn (in) die Fürbitte ein“, schrieb EKHN-Sprecher Volker Rahn am Montag bei Twitter. Er nannte Lehmann einen weltweiten Vordenker der Ökumene. Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Daniel Stich twitterte gestern, er sei in Gedanken bei Kardinal Lehmann.



Der gebürtige Sigmaringer war von 1983 bis 2016 Bischof des Bistums Mainz. Das Bistum erstreckt sich auf Gebiete in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie auf die Exklave Bad Wimpfen in Baden-Württemberg. Von 1987 bis 2008 leitete Lehmann die Deutsche Bischofskonferenz. Im Mai 2016 ging er als Bischof in den Ruhestand, wohnte aber weiterhin in Mainz. Er gilt als einer der prominentesten deutschen Katholiken und genießt weltweit hohes Ansehen.

(dpa)