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Ehemalige Groko-Minister
Sauna, Garten, Bundestag: Was andere Ex-Minister so treiben

Thomas de Maizière (CDU), Ex-Innenminister, jetzt Parlamentarier und Professor.
Thomas de Maizière (CDU), Ex-Innenminister, jetzt Parlamentarier und Professor. FOTO: dpa / Kay Nietfeld
Berlin. Von Teresa Dapp

Es gibt kein Patentrezept für die Zukunft von Bundesministern außer Dienst. Die einen treten in den politischen Hintergrund, manche widmen sich ganz dem Privatleben. Wie halten es die ehemaligen Groko-Minister aus dem Kabinett „Merkel III“, die seit März offiziell „a.D.“ sind? Ein Überblick:

Thomas de Maizière: Sein Innenministerium ging in der neuen großen Koalition an die CSU – und der CDU-Mann musste gehen. Auf „Ratschlag mehrerer Freunde und ehemaliger Kollegen“, denen es auch mal so ging, wolle er zunächst keine herausgehobenen Funktionen übernehmen, teilt sein Bundestagsbüro mit. Der 64-Jährige nutze die Zeit für seine Aufgaben als Parlamentarier und um „seinen Lebensrhythmus an die neuen Gegebenheiten anzupassen“. Außerdem ist er Honorarprofessor der Uni Leipzig.



Brigitte Zypries: Die Ex-Justizministerin sprang im Januar 2017 als Wirtschaftsministerin für Gabriel ein. Mit der Bundestagswahl schied die SPD-Frau aus dem Parlament aus. Ihre Erfahrung nutzt die 64-Jährige aber noch: Sie ist nach eigenen Angaben ehrenamtlich als Beraterin für Gründer tätig, außerdem ist sie Schirmherrin des Vereins Masifunde, der sich in Deutschland und Südafrika für Bildung einsetzt, und engagiert sich in sozialen Projekten.

Johanna Wanka: Zum Abschied sagte die frühere Bildungsministerin der „Frankfurter Rundschau“: „Jetzt mache ich zunächst mal ausgiebig Sachen, die mir Spaß bereiten.“ Nämlich Zeit für Kinder und zwei Enkeltöchter, den Anbau von Gemüse und alten Obstbaumsorten, aber auch kulturelles ehrenamtliches Engagement. Nun berichtet die 67-Jährige, dass sie auch Vorträge halte und unterwegs sei – „aber immer nach der Vorgabe: Was macht wirklich Spaß?“ Sie genießt es, selbst bestimmen zu können.

Barbara Hendricks: Die 66-Jährige wollte im Umweltministerium gern weitermachen, doch daraus wurde nichts. Nun ist sie unter anderem Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. Im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist sie für nachhaltige Entwicklung zuständig. Aus ihrem Büro heißt es zudem: „Darüber hinaus freut sich Frau Hendricks, dass sie nun ab und an Zeit für einen Saunabesuch hat.“

Hermann Gröhe: Auch der ehemalige Gesundheitsminister hätte gern weitergemacht. „Aber ein Ministeramt ist ein Amt auf Zeit“, sagte der 57-Jährige – und ist nun weiterhin ganz gut beschäftigt: als Vize-Chef der Unionsfraktion, als Beauftragter seiner Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, als Vize-Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und als Mitglied der neuen Rentenkommission.

Andrea Nahles und Alexander Dobrindt sind der ersten politischen Reihe treu geblieben. Die ehemalige Arbeitsministerin (48) ist nun SPD-Chefin in Partei und Bundestagsfraktion, der frühere Verkehrsminister, ebenfalls 48 Jahre alt, ist jetzt Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag.

Christian Schmidt: „Wer sich über die Politik allein definiert, über sein Amt definiert, der ist ein armer Kerl“, sagte der CSU-Mann zum Abschied aus dem Landwirtschaftsministerium. Inzwischen sitzt der 60-Jährige im Bundestag und ist unter anderem Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CSU. Außerdem engagiert er sich laut seinem Büro in der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung.

Barbara Hen­dricks (SPD), bis März Umweltministerin, jetzt öfter in der Sauna.
Barbara Hen­dricks (SPD), bis März Umweltministerin, jetzt öfter in der Sauna. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Christian Schmidt (CSU), Ex-Agrarminister, jetzt Abgeordneter mit Ehrenämtern.
Christian Schmidt (CSU), Ex-Agrarminister, jetzt Abgeordneter mit Ehrenämtern. FOTO: dpa / Jörg Carstensen