| 23:33 Uhr

Protest gegen Braunkohle-Abbau
Aktivistin abgestürzt und verletzt

Rettungskräfte versorgen eine Aktivistin, die von einer Leiter gestürzt ist. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht.
Rettungskräfte versorgen eine Aktivistin, die von einer Leiter gestürzt ist. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht. FOTO: dpa / David Young
Kerpen. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hält an den Rodungsplänen im Hambacher Forst fest.

Im Hambacher Forst ist eine Aktivistin von einer Leiter gestürzt und verletzt worden. Die Frau war gestern von einem Baumhaus auf die Leiter getreten, um Kranarbeiten im Zusammenhang mit den Räumungen in dem Wald zu beobachten, wie ein dpa-Reporter berichtete. Dabei stürzte sie aus etwa sechs Metern Höhe ab. Notärzte kümmerten sich direkt um die Frau. Unterdessen ging auch gestern die Räumung weiter. Bislang seien 64 Baumhäuser der Rodungsgegner abgebaut worden.

In der Düsseldorfer Staatskanzlei forderten Greenpeace-Aktivisten gestern eine politische Lösung im Konflikt um die Räumung und geplante Rodung im Hambacher Forst. 30 bis 40 Aktivisten drangen nach Angaben eines Greenpeace-Sprechers durch die Vordertür ins Foyer ein und schlugen dort drei Zelte auf.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz kritisierte unterdessen die Waldbesetzer im Hambacher Forst scharf. „Wer illegal den Wald besetzt und unsere Mitarbeiter mit Fäkalien bewirft, ist für mich kein Aktivist. Das ist ein Straftäter“, sagte der Manager im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Kritik übte Schmitz auch an den Umweltverbänden. Er sei persönlich enttäuscht, dass die Verbände nicht zu einem gemeinsamen Aufruf gegen die Gewalt bei den Protesten im Braunkohlerevier bereit gewesen seien.



An den Rodungsplänen hielt der RWE-Chef ungeachtet der Proteste fest. „Der Wald ist schlichtweg nicht mehr zu retten. Alles andere ist eine Illusion“, sagte er. Selbst wenn RWE den Tagebau in Hambach sofort stoppen würde, müsse der Konzern den Wald roden. „Wir brauchen diese Erdmassen, um die Böschungen dauerhaft zu stabilisieren. Die sind so steil, dass sie abgeflacht werden müssen“, sagte Schmitz. Er räumte ein, dass RWE mit der Rodung einen großen Imageschaden riskiere. Doch könne er nicht 5000 Arbeitsplätze aufs Spiel setzen.