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Präsident ist Fan
Ruanda wird Trikot-Sponsor von Arsenal London

Kigali. Vor einem Vierteljahrhundert war Ruanda Schauplatz eines der schlimmsten Völkermorde der Geschichte. Jetzt will das kleine Entwicklungsland in Ostafrika sein Image aufpolieren. Es wird den FC Arsenal aus London, Sechster der ersten englischen Liga in der abgelaufenen Saison, mit geschätzten 34 Millionen Euro für drei Jahre sponsern.

Dafür wird der Slogan „Visit Rwanda“ („Besucht Ruanda“) auf dem linken Ärmel des Trikots der Spieler um den zurückgetretenen Nationalspieler Mesut Özil zu sehen sein. Die Ankündigung löste eine heftige Debatte aus. Die einen toben, dass das arme Land keine Millionen in einen reichen Fußballclub stecken sollte – obwohl es selbst Entwicklungshilfe erhält. Einige sehen es einfach als klugen Marketing-Schachzug. Derzeit bringt der Tourismus dem Land im Jahr etwa 400 Millionen Dollar ein, bis 2024 soll sich das auf 800 Millionen Dollar verdoppeln. Ein Hintergrund könnte aber auch sein: Ruandas Präsident Paul Kagame nennt Arsenal seinen Lieblingsclub.