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Trumps neuer Sicherheitsberater
Radikaler Umbruch bei Donald Trump

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Es mag Differenzen geben zwischen Donald Trump und John Bolton, im entscheidenden Punkt allerdings sind sie einer Meinung. Die Welt, so sehen es beide, ist voller gefährlicher Schurken, die entschlossen sind, schon das kleinste Anzeichen amerikanischer Schwäche gnadenlos auszunutzen. Folglich, so geht es weiter in dieser Logik, müsse Amerika unbeirrt Stärke demonstrieren. Womit allem voran militärische Stärke gemeint ist.

Trump, das illustriert die Causa Bolton in nie dagewesener Schärfe, steht für den radikalen Bruch mit der Philosophie seines Vorgängers im Weißen Haus. Barack Obama wollte bewaffnete Interventionen zwar auch nicht ausschließen, das tut ohnehin kein US-Präsident. Und doch war er überzeugt davon, dass man mit „weicher“ Macht in aller Regel mehr erreicht als mit „harter“. Trump hält das genaue Gegenteil für richtig. Nun, da er den Gemäßigteren seiner Regierung nach und nach den Stuhl vor die Tür setzt, lässt er seinen Instinkten hemmungslos freien Lauf.